„Der einfache Teil liegt hinter uns“ – Verhandlungen zur Post-2015-Agenda beendet

04.08.2015 - 20:00
„Der einfache Teil liegt hinter uns“ – Verhandlungen zur Post-2015-Agenda beendet

Am Wochenende haben sich die Delegierten der 193 UN-Mitgliedstaaten auf eine neue ‪Entwicklungs- und Nachhaltigkeitsagenda‬‬ bis 2030 geeinigt. Das Abschlussdokument “Transforming our World: The 2030 Agenda for Sustainable Development” markiert damit den Endpunkt eines Prozesses, der mit der Rio+20-Konferenz begann und der seine Fortsetzung im Bericht des High-Level-Panels, umfangreichen Konsultationen, dem Vorschlag der Open Working Group sowie dem Synthesebericht des Generalsekretärs fand.

Entsprechend emotional waren die Reaktionen der Delegierten, als die beiden Vorsitzenden des Verhandlungsprozesses, die Botschafter Macharia Kamau und David Donoghue, am frühen Montagmorgen deutscher Zeit die Annahme des Papiers verkündeten – Standing Ovations und Selfie-Festival der Delegierten auf Twitter inklusive. Aber nicht nur die Delegierten, auch die meisten zivilgesellschaftlichen Organisationen begrüßten das Ergebnis.

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Ein Peacebuilding Council anstelle der Peacebuilding Commission?

17.06.2015 - 18:59

Gestern wurde in Den Haag der Bericht der Commission on Global Security, Justice and Governance präsentiert. Die von der ehemaligen US-Außenministerin Madeleine Albright und dem ehemaligen UN-Untergeneralsekretär Professor Ibrahim Gambari geleitete Kommission fokussiert sich in ihrem Bericht auf drei zentrale Herausforderungen, die eine Reform der Global Governance Architekur besonders drängend machen:

  1. Fragile und von gewaltsamen Konflikten betroffene Staaten
  2. Klima und Bevölkerung
  3. Die globalisierte Wirtschaft

Aufbauend auf der Analyse der Defizite aktueller Global Governance leitet sie folgende sechs Vorschläge für die Reform der Vereinten Nationen ab:

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Erdbeben in Nepal – Konfliktsensible Herausforderungen einerseits, Chance zum Wandel andererseits?

27.05.2015 - 14:59

Die Erdbeben in Nepal haben das Land sehr schwer getroffen. Bislang wurden über 8.600 Tote gemeldet, Häuser und ganze Dörfer sind zerstört. Insbesondere entlegende Regionen des Landes wurden schwer getroffen. Gerade hier wohnen jene Bevölkerungsgruppen, die marginalisiert sind, denen es an physischer und sozialer Infrastruktur sowie Teilhabemöglichkeiten mangelt. Die katastrophalen Folgen des Erdbebens stellen nicht nur die Bevölkerung Nepals, sondern auch die Regierung, die Zivilgesellschaft sowie die internationale Gemeinschaft vor geographische, politische und gesellschaftliche Herausforderungen. Nicht vergessen werden sollte jedoch, dass der Kontext in Nepal eines konfliktsensiblen Vorgehens bedarf, da auch fast zehn Jahre nach Beendigung der gewaltsamen Auseinandersetzungen die strukturellen Konfliktursachen weiterhin aktuell sind.

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Vom Bohren dicker Bretter: Das Weltbank-Forum zu Fragilität, Konflikt und Gewalt

10.03.2015 - 18:32
Vom Bohren dicker Bretter: Das Weltbank-Forum zu Fragilität, Konflikt und Gewalt

Mitte Februar fand in Washington das Fragility, Conflict and Violence (FCV) Forum der Weltbank statt. Das Forum bot der internationalen Peacebuilding Community die Möglichkeit, ihre Anliegen und Themen in und mit der Weltbank zu diskutieren. Teilnehmende der Weltbank und verschiedener anderer Organisationen (OECD, UN, Partner- und Geberländer, Durchführungsorganisationen, Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Privatwirtschaft) waren vertreten. In den teils hochrangig besetzten Panels und Veranstaltungen wurde eine große Bandbreite von Themen mit Bezug zu Konflikt, Fragilität und Gewalt behandelt.

Bei der Eröffnungsveranstaltung wurde die enge Verknüpfung von politischen und ökonomischen Faktoren für die Entstehung von Fragilität, Konflikt und Gewalt betont. Dementsprechend wurde ein besseres Verständnis dieser Zusammenhänge gefordert. Der Umgang mit Fragilität und Konflikt sei per definitionem politisch, ein rein technischer Zugang dagegen wenig zielführend. Fragilität wurde als globales Phänomen charakterisiert, das nicht nur in Entwicklungsländern, sondern auch in Industrienationen vorkomme. Wichtige Herausforderungen für die internationale Gemeinschaft im Umgang mit FCV seien unter anderem ein kohärentes Vorgehen (Geberkoordinierung), die Sicherstellung von frühzeitigem sowie fortgesetztem Engagement und die Bereitstellung von entsprechenden Ressourcen, die politische Unterstützung für Einsätze im FCV-Kontext sowie die Stärkung staatlicher Institutionen und Legitimität.

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Ban Ki-moon veröffentlicht Synthesebericht zur Post-2015-Agenda

18.12.2014 - 14:30
Ban Ki-moon veröffentlicht Synthesebericht zur Post-2015-Agenda

Der Generalsekretär der Vereinten Nationen Ban Ki-moon hat seinen mit Spannung erwarteten Synthesebericht zur Post-2015-Agenda vorgestellt und damit die Grundlage für die finalen Verhandlungen gelegt, die Mitte Januar 2015 beginnen und im September zu einer Post-2015-Agenda führen soll.

Unter dem Titel "The road to dignity by 2030: Ending poverty, transforming all lives and protecting the planet" fasst der Synthesebericht die beiden wichtigsten Beiträge für die anstehenden Verhandlungen zusammen: die Empfehlungen der Offenen Arbeitsgruppe (OWG), die 17 Sustainable Development Goals (SDGs) erarbeitet hat; und den Bericht der internationalen Expertengruppe für die nachhaltige Entwicklungsfinanzierung (ICESDF).

Ban Ki-moon bestätigt die 17 Zielen und 169 überprüfbare Zielvorgaben aus dem OWG-Vorschlag grundsätzlich, empfiehlt aber eine leichte Neustrukturierung der Unterziele. Es ist gleichzeitig der Versuch, durch die Einführung von sechs Prinzipien, ein neues Narrativ einzuführen, um unter anderem die Kommunizierbarkeit zu erhöhen und die Umsetzung zu erleichtern: 

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Über diesen Blog

In diesem Blog begeben sich die FriEnt-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf die Suche nach der "Friedensmacht Europa", fragen nach der Rolle der Vereinten Nationen bei der Verbindung von Frieden und Entwicklung und blicken auf aktuelle Entwicklungen bei OECD und Weltbank.

Dieser Blog versteht sich somit als konstruktive Auseinandersetzung mit aktuellen Trends und Prozessen rund um die Themen Friedensförderung und Krisenprävention auf internationaler Ebene. Gleichzeitig wollen wir damit die Debatte anregen: Wo ist der strategische Kompass beim internationalen Engagement für Frieden und Entwicklung? Und wie sieht es in der Praxis aus?

Wir freuen uns über Ihre Kommentare, Anregungen und Vorschläge!

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