Vom Bohren dicker Bretter: Das Weltbank-Forum zu Fragilität, Konflikt und Gewalt

10.03.2015 - 18:32
Vom Bohren dicker Bretter: Das Weltbank-Forum zu Fragilität, Konflikt und Gewalt

Mitte Februar fand in Washington das Fragility, Conflict and Violence (FCV) Forum der Weltbank statt. Das Forum bot der internationalen Peacebuilding Community die Möglichkeit, ihre Anliegen und Themen in und mit der Weltbank zu diskutieren. Teilnehmende der Weltbank und verschiedener anderer Organisationen (OECD, UN, Partner- und Geberländer, Durchführungsorganisationen, Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Privatwirtschaft) waren vertreten. In den teils hochrangig besetzten Panels und Veranstaltungen wurde eine große Bandbreite von Themen mit Bezug zu Konflikt, Fragilität und Gewalt behandelt.

Bei der Eröffnungsveranstaltung wurde die enge Verknüpfung von politischen und ökonomischen Faktoren für die Entstehung von Fragilität, Konflikt und Gewalt betont. Dementsprechend wurde ein besseres Verständnis dieser Zusammenhänge gefordert. Der Umgang mit Fragilität und Konflikt sei per definitionem politisch, ein rein technischer Zugang dagegen wenig zielführend. Fragilität wurde als globales Phänomen charakterisiert, das nicht nur in Entwicklungsländern, sondern auch in Industrienationen vorkomme. Wichtige Herausforderungen für die internationale Gemeinschaft im Umgang mit FCV seien unter anderem ein kohärentes Vorgehen (Geberkoordinierung), die Sicherstellung von frühzeitigem sowie fortgesetztem Engagement und die Bereitstellung von entsprechenden Ressourcen, die politische Unterstützung für Einsätze im FCV-Kontext sowie die Stärkung staatlicher Institutionen und Legitimität.

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Weltbank fordert besseres Risikomanagement

13.11.2013 - 14:45

Mit dem Weltentwicklungsbericht 2014 „Managing Risks for Development“ rückt nun auch die Weltbank die Analyse von Risiken in Entwicklungsprozessen verstärkt in den Mittelpunkt. Hintergrund ist die Erkenntnis, dass durch die zunehmende internationale und ökonomische Integration, technologischen Fortschritt und soziale Reformen verschiedene Risiken auf unterschiedlichen Ebenen – wie der Verlust des Arbeitsplatzes, Krankheiten, Gewalt und Kriminalität , Finanzielle Schocks, Klimawandel und Naturkatastrophen – zunehmend miteinander verknüpft sind. Da Risiken aber Entwicklungsprozessen inhärent sind gehe es folglich nicht darum, sie zu vermeiden, sondern aktiv zu gestalten.

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Weltbank und IDRC laden zum ersten „GRIP-Summit”

29.05.2013 - 20:34

Wie kann das Gewaltrisiko in fragilen und von Konflikten betroffenen Staaten reduziert werden? Wie kann die Inklusivität von politischen Vereinbarungen und Prozessen erhöht werden, um Staaten und Gesellschaften widerstandfähiger gegenüber Gewalt und Armut zu machen? Wie können dauerhafte Jobs in diesen Ländern geschaffen werden? Auf einer gemeinsamen Konferenz des Global Center on Conflict, Security, and Development der Weltbank und Kanadas International Development Research Centre (IDRC) suchten vom 14. bis 16. Mai 70 geladene Expertinnen und Experten nach neuen Antworten auf diese Fragen. Das Treffen fand als erster "Gipfel" der Global Resilience Innovation Platform (GRIP) in Nairobi statt und brachte Teilnehmende aus Wissenschaft, Praxis und Politik zusammen, um innovative Lösungen, Umsetzungsschritte, gemeinsame Ansätze und weiteren Forschungsbedarf zu diskutieren. 

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Fragile Staaten als Game Changers?

28.10.2011 - 14:06

In einem Interview,  welches im Global Observatory von IPI veröffentlicht wurde, erläutert Dr. Sarah Cliffe (Direktorin für den Weltentwicklungsbericht 2011 – WDR 2011), dass sie hofft, dass Fragen von Entwicklung und Konflikt im Zentrum der Diskussion kommenden Monat in Busan stehen werden. Die Tatsache, dass kein fragiler oder konflikt-betroffener Staat auch nur ein einziges der Millenium-Entwicklungsziele (MDGs) erfüllt habe, solle im Rahmen der Diskussionen hervorgehoben werden. Umgekehrt stelle die Herausforderung, einen nachhaltigen Ausweg aus Konflikt und Gewalt zu finden, die zentrale Herausforderung zur Erreichung der MDGs dar. Dabei solle es aber zunehmend auch um die Diskussion stärker praxisorientierter und überprüfbarer Maßnahmen gehen.

g7+ als Game Changer

Cliffe betont die Rolle der sogenannten g7+, einer Gruppe von derzeit 17 Staaten, die sich mit Fragilität konfrontiert sehen. Diese Gruppierung sei in mancherlei Hinsicht ein regelrechter „game changer“, der die Art und Weise, in der wir uns international mit der Herausforderung von Fragilität auseinandersetzen, grundlegend verändern könnte. Gerade die Tatsache, dass hier betroffene Staaten ihre eigenen Erfahrungen mit Fragilität reflektieren und sich darüber austauschen, sei bemerkenswert – ebenso wie der Ansatz, aus dieser Gruppe heraus Anforderungen an das Engagement der Internationalen Gemeinschaft in fragilen Kontexten zu formulieren.

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MIFFs - Ein neues Akkronym für „nicht ganz so arme“ aber dennoch scheiternde Staaten

03.08.2011 - 13:22

In mehreren Blog-Beiträgen sowie in der letzten Ausgabe des Economist wird über eine vermeintlich neue Kategorie von Staaten diskutiert: sogenannte MIFFs – Middle Income Failing or Fragile States (Scheiternde oder Fragile Staaten mit mittlerem Einkommen). Hierunter würden demzufolge Staaten wie z.B. Pakistan, Yemen, Nigeria, Irak, Elfenbeinküste oder Sudan fallen; evtl. auch Libyen, Ägypten und Tunesien.

Das Phänomen wird zwar nicht als gänzlich neu geschildert, doch habe seine Bedeutung zugenommen und es wird hinterfragt was dies für den Umgang des Westens mit fragilen oder scheiternden Staaten für eine Bedeutung haben könne. Dies nicht zuletzt vor dem Hintergrund, dass die Risiken die von den MIFFs für den Westen ausgehen, diejenigen von scheiternden bzw. fragilen Staaten aus der Gruppe der Staaten mit geringem Einkommen übertreffen könnten. Während ganz arme fragile und scheiternde Staaten laut diesem Argument also hauptsächlich eine Gefährdung für die eigenen Bürger darstellen würden, sei mit scheiternden oder fragilen Staaten aus den höheren Einkommensgruppierungen ein vermeintlich höheres transnationales Gefährdungspotential verbunden. Werden sich also die Bemühungen des Westens demnächst stärker auf die MIFFs konzentrieren?

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Über diesen Blog

In diesem Blog begeben sich die FriEnt-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf die Suche nach der "Friedensmacht Europa", fragen nach der Rolle der Vereinten Nationen bei der Verbindung von Frieden und Entwicklung und blicken auf aktuelle Entwicklungen bei OECD und Weltbank.

Dieser Blog versteht sich somit als konstruktive Auseinandersetzung mit aktuellen Trends und Prozessen rund um die Themen Friedensförderung und Krisenprävention auf internationaler Ebene. Gleichzeitig wollen wir damit die Debatte anregen: Wo ist der strategische Kompass beim internationalen Engagement für Frieden und Entwicklung? Und wie sieht es in der Praxis aus?

Wir freuen uns über Ihre Kommentare, Anregungen und Vorschläge!

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