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Lissabon-Vertrag in Kraft

Seit dem 1. Dezember hat die EU eine neue vertragliche Grundlage. Mit dem in Kraft treten des Lissabon-Vertrags endet eine achtjährige Hängepartie zur institutionellen Reform der Union. Der Lissabon-Vertrag bringt weitreichende Reformen der EU-Außenbeziehungen mit sich und zielt auf eine kohärente Gestaltung. Dabei benennt der Lissabon-Vertrag schon in Artikel 3: Hauptziel der Europäischen Union ist es, den Frieden auch außerhalb ihrer Außengrenzen zu fördern.

Für entwicklungspolitische Friedensarbeit ist darüber hinaus von besonderer Bedeutung, dass die lange Karriere der Idee der frühzeitigen Prävention von Konflikten auf EU-Ebene mit dem Lissabon-Vertrag zu einem vorläufigen Abschluss kommt und zum ersten Mal auf primärrechtlicher Ebene verankert wird. So heißt es in Artikel 21 des EU-Vertrags nach Lissabon: „Die Union (…) setzt sich für ein hohes Maß an Zusammenarbeit auf allen Gebieten der internationalen Beziehungen ein, um (…) den Frieden zu erhalten, Konflikte zu verhüten und die internationale Sicherheit zu stärken.“

Um diese Ziele zu erreichen setzt der Lissabon-Vertrag auf die Verbesserung der Kohärenz und der Koordination der EU-Außenbeziehungen. Der Vertrag sieht weitreichende institutionelle Reformen vor. Das neu geschaffene Amt einer Hohen Vertreterin für die Außen- und Sicherheitspolitik der EU (Catherine Ashton), gleichzeitig Vizepräsidentin der Europäischen Kommission, soll den Einfluss, die Stimmigkeit und die Wahrnehmbarkeit der Außenpolitik der EU erhöhen. Ein neu zu schaffender Europäischer Auswärtiger Dienst (EAD) soll die Hohe Vertreterin hierbei unterstützen. Die Einrichtung des EAD wird gleichzeitig die erste große Aufgabe für Catherine Ashton. Bis April soll sie einen Entwurf der Struktur des EAD dem Europäischen Rat vorlegen.

Auch wird der bisherige Rat für Allgemeine Angelegenheiten und Außenbeziehungen (GAERC) in zwei verschiedene Formationen aufgeteilt. Der Rat für Außenbeziehungen (FAC) tagt dabei unter dem Vorsitz der Hohen Vertreterin. Die Europäische Union erhält außerdem Rechtspersönlichkeit, kann dadurch auf internationaler Ebene effizienter auftreten und wird für Drittländer und internationale Organisationen als Partner greifbarer und sichtbarer. Die EU unterliegt damit auch direkt dem Völkerrecht. Darüber hinaus verpflichtet sie sich ausdrücklich auf die Charta der Vereinten Nationen.

Insgesamt besitzt der Vertrag damit das Potential, die Wirksamkeit und die Kohärenz Europäischer Friedenspolitik zu erhöhen. Um es auszuschöpfen, müssen die hehren Ansprüche aber mit Leben gefüllt werden. Eine wichtige Voraussetzung ist es dabei, dass die gemeinsamen europäischen Werte und Ziele, die auf Demokratie, Gleichheit und der Achtung der Menschenrechte beruhen, im Sinne einer werteorientierten Außen-, Entwicklungs- und Sicherheitspolitik umgesetzt werden.

Marc Baxmann(Marc.Baxmann@bmz.bund.de)PermalinkKommentare 0Gravatar: Marc Baxmann
Tags: eu
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Mediation und Dialog auf der EU-Agenda

Der Rat für Allgemeine Angelegenheiten und Außenbeziehungen (GAERC) hat auf seiner Sitzung im November 2009 ein gemeinsames Konzept des Rates und der Kommission zu Mediation und Dialog angenommen. Dieses neue Konzept soll die Grundlage für das Engagement der EU im Bereich Mediation und Dialog bilden und enthält Vorschläge, wie die Kapazitäten der EU gestärkt und die Unterstützung für Mediation und Dialog sowie für professionelle Mediatoren ausgebaut werden kann.

Die EU, so das Konzept, sei als globaler Akteur gut geeignet, um in Konfliktsituationen als glaubwürdiger Vermittler aufzutreten. Eine Vielzahl von EU-Akteuren, wie die Delegationen vor Ort, die EU-Sonderbeauftragten, die rotierende Ratspräsidentschaft oder auch die ESVP-Missionen, können Mediations- und Dialogprozesse unterstützen und selber durchführen. Die EU besitze daher ein großes Potential im Bereich Mediation und der Faszilierung oder Unterstützung von Dialogprozessen, dass die EU weiter ausbauen und nutzen will. Ein besser koordinierter und stärker fokussierter Ansatz soll die Möglichkeiten der EU nun vergrößern. Statt – wie bisher – nur ad-hoc tätig zu werden, soll ein systematischer Ansatz die Effektivität und Wirkung des EU Engagements vergrößern.

(siehe auch: EPLO Statement on the European Union’s Role in Dialogue and Mediation)

Marc Baxmann(Marc.Baxmann@bmz.bund.de)PermalinkKommentare 0Gravatar: Marc Baxmann
Tags: eu, mediation, dialog
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Über diesen Blog

In diesem Blog begeben sich die FriEnt-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf die Suche nach der "Friedensmacht Europa", fragen nach der Rolle der Vereinten Nationen bei der Verbindung von Frieden und Entwicklung und blicken auf aktuelle Entwicklungen bei OECD und Weltbank.

Dieser Blog versteht sich somit als konstruktive Auseinandersetzung mit aktuellen Trends und Prozessen rund um die Themen Friedensförderung und Krisenprävention auf internationaler Ebene. Gleichzeitig wollen wir damit die Debatte anregen: Wo ist der strategische Kompass beim internationalen Engagement für Frieden und Entwicklung? Und wie sieht es in der Praxis aus?

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