Kontakt

Angelika Spelten
++49(0)228 535 3147
mail

Kenia

©flickr/The Advocacy Project

Kenia befindet sich in einem zähen Transformationsprozess, der die Gesellschaft wiederholt mit dem Risiko massiver Gewalteskalation konfrontierte und noch immer eine Zerreißprobe für das Land ist.

Tiefgreifende ethnische Friktionen wirken seit der Unabhängigkeit fort. Dennoch setzten bereits 1992 erste demokratische Reformen mit einem Mehrparteiensystem und freien Wahlen den Wandel des autokratischen Systems in Gang, der Erfolge aber auch schwere Rückschläge brachte. Mit der friedlichen Ablösung des langjährigen autoritären Präsidenten Moi 2002 sahen internationale Beobachter den Durchbruch für einen friedlichen Interessensausgleich zwischen den ethnischen Gruppen gekommen.

Doch Ende 2007 erfolgte ein drastischer Einschnitt als in Folge manipulierter Präsidentschaftswahlen massive Gewalteskalationen innerhalb weniger Tage das gesamte Land erschütterten. Es zeigte sich, dass die unterschwelligen Konflikte und ethnischen Konkurrenzverhältnisse trotz der Fortschritte im formalen politischen System nicht vermindert, sondern verschärft waren und die Eigendynamik und Herausforderung der Reformprozesse offenbar falsch eingeschätzt wurden. Erneute Hoffnung brachte im August 2010 eine neue Verfassung, die per Referendum durch die Bevölkerung angenommen wurde. Innerhalb von fünf Jahren müssen nun wesentliche Reformen umgesetzt werden. Dazu gehören unter anderem die Dezentralisierung der Macht- und Verwaltungsstrukturen, Reformen des Justiz- und Sicherheitssektors und die Durchführung von Präsidentschafts- und Parlamentswahlen. Aber die um den Verlust von Privilegien fürchtenden Eliten können nachhaltig Sand in diese Prozesse streuen und zu Blockadekräften werden.

Der 2008 etablierte FriEnt-Rundtisch Kenia setzt den Fokus darauf, die Eigendynamik und Herausforderung der Reformprozesse besser zu verstehen und Risiken einzelner Reformschritte antizipieren zu können. Er unterstützt den fachlichen Austausch und möchte zur Entwicklung von Handlungsoptionen beitragen, die lokale Partner dabei unterstützen, dem Risiko erneuter Gewalteskalation entgegenzuwirken.

Aktivitäten

Wahlen in Kenia – ein schmaler Grat zwischen Demokratie und Frieden

Bericht vom FriEnt-Rundtisch Kenia vom 18.-23. März 2013  mehr


Kurzfristige Risiken der langfristigen Präventionsstrategie

Bericht vom FriEnt-Rundtisch Kenia am 18. Oktober 2012  mehr


Treffer 1 bis 3 von 9
Erste Vorherige 1 2 3 Nächste Letzte

Aktuelles

Africa Briefing N°94
International Crisis Group  | 2013
The Final Report of The Truth Justice and Reconciliation Commission of Kenya...
TJRC  | 2013
weitere Hinweise

Mitgliederpublikationen

Internationale Politikanalyse
Peter Oesterdiekhoff | Friedrich-Ebert-Stiftung  | 2013
Interview mit Muthony Wanyeki
Heinrich-Böll-Stiftung  | 2013
Stand der Reformen und Vorbereitungen
Peter Oesterdiekhoff | Friedrich-Ebert-Stiftung  | 2013
weitere Publikationen

Literatur-Tipps

ISS paper no. 232
Institute for Security Studies  | 2012