FriEnt-Arbeitsgruppe Friedenspädagogik gegründet

Bericht vom Auftakttreffen am 14. März 2012


Im Rahmen des Themenschwerpunkts „Bildung und Friedensförderung“ beschäftigen sich die FriEnt-Mitglieder mit dem wechselseitigen Zusammenhang zwischen Bildung, Konflikt und Friedensförderung. Die Schlüsselrolle von Bildung für Frieden und Entwicklung kann in (Post-)Konfliktsituationen nur dann zum Tragen kommen, wenn ihre Beiträge in einer konfliktsensiblen und systemischen Umsetzung verankert werden. Neben dem Zugang und der Qualität von Bildung ist dabei die Ausgestaltung von Bildungspolitik als Sozialpolitik und Sozialisierungsort für die Entwicklung und Prägung von Identitäten und Verhalten entscheidend. Friedenspädagogik hat hier in der Prävention, Transformation und Nachbereitung von gewaltsamen Konflikten an Bedeutung gewonnen – auch im Kontext staatlicher und zivilgesellschaftlicher Entwicklungszusammenarbeit und Friedensförderung.

Vor diesem Hintergrund gehört es zu den offenen Fragen, welche Beiträge friedenspädagogische Ansätze zur Identitätsbildung und Wertevermittlung in Konfliktkontexten für die entwicklungspolitische Friedensförderung leisten können. Wo liegen die Potentiale und Grenzen von Friedenspädagogik? Wie können friedenspädagogische Ansätze zur   Identitätsbildung und Wertevermittlung in Konfliktkontexten systematisch in die Bildungsarbeit integriert und mit Ansätzen in formalen und non-formalen Bildungsbereichen auf unterschiedlichen Ebenen verknüpft werden, um gesamtgesellschaftliche Transformationsprozesse nachhaltig zu unterstützen?

In Form einer FriEnt-Arbeitsgruppe Friedenspädagogik werden Interesse und Bedarf für einen Austausch von Theorie und Praxis zu diesen und weiteren Fragen aufgenommen. Bei einem Auftakttreffen am 14. März wurden Zielsetzung und Fragestellungen konkretisiert, eine fortlaufende Zusammenarbeit und nächste Schritte in der Arbeitsgruppe vereinbart. Neben einer Klärung von Begriffen, Konzepten und Ansätzen steht die Systematisierung von Erfahrungen zur Entwicklung von Kriterien und Indikatoren zur Wirkungsbeobachtung im Mittelpunkt. In den Blick genommen werden zudem wechselseitige Impulse aus der Inlands- und Auslandsarbeit sowie deren Übertragung in die Praxis im Bereich der Qualifizierung von Fachkräften. Zur Weiterentwicklung der Diskussion um diese und weiterführende Fragen möchte die Arbeitsgruppe einen Beitrag leisten. Interessierte sind zur kontinuierlichen Mitarbeit in der Arbeitsgruppe Friedenspädagogik willkommen.