Frieden und Entwicklung

In den frühen 90er Jahren entwickelte sich die zivile Friedensförderung zu einem wichtigen Politikfeld internationaler Beziehungen. Auslöser hierfür waren die Umbrüche in Ost- und Südosteuropa und in Afrika sowie die wachsende Zahl gewaltsamer innerstaatlicher Konflikte.

Die zivile Friedensförderung umfasst alle zivilen Maßnahmen, die vor, während oder nach einem gewaltsamen Konflikt auf dessen friedliche Transformation bzw. auf die Unterstützung und Etablierung von Strukturen und Mechanismen gewaltfreier Konfliktbearbeitung gerichtet sind. Frieden kann nicht allein auf oberster politischer Ebene geschaffen werden, sondern es bedarf der Einbindung der gesamten Gesellschaft in den Friedensprozess - Wirtschaft, Wissenschaft und Bildung, Religionen, Stiftungen, Medien und NRO (Multitrack Diplomacy). Auch ist Friedensentwicklung immer ein innergesellschaftlicher Prozess, den externe Akteure nur unterstützen, aber nicht umsetzen können. Deshalb ist die Förderung lokaler Friedensakteure und Friedensallianzen (peace constituencies) besonders wichtig.

Friedensförderung ist eine Herausforderung, die eines kohärenten Ansatzes unterschiedlicher Politikbereiche bedarf. Dabei kommt auch der Entwicklungszusammenarbeit eine entscheidende Rolle zu. Es geht z.B. darum, Ursachen von Konflikten zu reduzieren, strukturelle Stabilität zu unterstützen, staatliche und nicht-staatliche Friedensakteure im Rahmen gesellschaftlicher und politischer Programme zu fördern sowie in Nachkriegsgesellschaften beispielsweise durch Versöhnungsarbeit zu einem langfristigen Frieden beizutragen.

Die Verpflichtung zur konfliktsensiblen Ausrichtung aller staatlichen entwicklungspolitischen Aktivitäten zeigt, dass sich die Friedensförderung inzwischen zu einem prioritären Querschnittsthema der Entwicklungszusammenarbeit entwickelt hat. Zivilgesellschaftliche Akteure betreiben ebenso aktive entwicklungspolitische Friedensarbeit und kooperieren miteinander sowie mit staatlichen Akteuren, um auf unterschiedlichen gesellschaftlichen Ebenen (Staat, Kirchen, NRO, Gewerkschaften, Medien etc.) zu einer friedlichen Konflikttransformation beizutragen.

Aktuelle Tipps und Infos

International Dialogue on Peacebuilding and Statebuilding
International Dialogue  | 2013
Dan Smith's blog Analysis & commentary on world issues
Dan Smith |  | 2013
Discussion Paper
Jörg Faust, Jörn Grävingholt, Sebastian Ziaja | German Development Institute (DIE)  | 2013
Volume 1, Issue 1
Taylor & Francis Online  | 2013
From Civilian Crisis Prevention to Peacebuilding: Principles, Actors, Instruments
C. Major, T. Pietz, E. Schöndorf, W. Hummel | SWP/ZIF  | 2013
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