Landkonflikte in der Entwicklungszusammenarbeit
Bericht vom FriEnt-Workshop am 19. November 2008
Am 19. November organisierte FriEnt in Bonn einen Workshop zum Thema „Landkonflikte in der Entwicklungszusammenarbeit“. Das Thema ist in den letzten Monaten immer wieder innerhalb der laufenden FriEnt-Prozesse (Krisenprävention, Tschad-Sudan-Rundtisch, Transitional Justice) aufgetaucht und es wurde der Bedarf geäußert, sich im FriEnt-Rahmen systematischer damit zu beschäftigen. Ein Einführungsvortrag von Vera Köppen vom GTZ-Sektorvorhaben Landmanagement gab zunächst einen Überblick über Typen, Analyseinstrumente und Interventionsstrategien. Im Anschluss daran stellten Vertreterinnen und Vertreter staatlicher und zivilgesellschaftlicher Durchführungsorganisationen Projekte und Arbeitsansätze in Somalia, Niger, Burkina Faso, Guatemala und Kambodscha vor. Anhand dieser Fallbeispiele wurden folgende Themen diskutiert:
• Der Umgang mit traditionellen Rechtssystemen und Konfliktbearbeitungs-mechanismen,
• die systemische Einbindung von Landkonflikten,
• die Rolle staatlicher Akteure und der Zivilgesellschaft,
• soziale Aushandlungsprozesse und ihr Verhältnis zur Institutionalisierung / Verrechtlichung von Landkonflikten,
• die Rolle des Zivilen Friedensdiensts in der längerfristigen und auf die Über-windung struktureller Konfliktursachen (Marginalisierung, soziale Ungleichheit) bezogenen Arbeit,
• die Konfliktsensibilität von „klassischen“ EZ-Maßnahmen.
Es bestand Konsens, dass an diesen Fragen im FriEnt-Rahmen weitergearbeitet werden soll. FriEnt wird dieses Thema in der Planung für 2009 berücksichtigen und weitere Angebote zur Vertiefung einzelner Fragestellungen entwickeln.
