FriEnt - Gruppe Friedensentwicklung
 

Landkonflikte

Aktuelles

Zugang zu Land und deren Nutzung spielt in vielen Regionen der Welt eine lebenserhaltende Rolle für die große Mehrheit der Bevölkerung. Im Zusammenhang mit Klimawandel, Ernährungskrise und wirtschaftlichen Interessen sowie auch in noch nicht einschätzbarem Maße ausgelöst durch die globale Finanzkrise erhält Land eine unerwartete Wertsteigerung, wird Landbesitz zu einer zunehmend relevanten ökonomischen Größe und damit gleichzeitig zu einer Konflikt-Ressource besonderer Art. Dabei stellen Land und Landbesitz sowie Zugang zu Land für einen Großteil der ländlichen Bevölkerung neben der ökonomischen Grundlage zur Ernährungssicherung und Agrarproduktion auch einen wichtigen sozio-kulturellen Faktor dar. Diese gesellschaftliche Dimension wird immer weniger berücksichtigt und unterschiedlichen ökonomischen Interessen untergeordnet.
Konflikte um Landnutzung sowie um gleichberechtigten Zugang zu Land und Besitzrechte spielten bereits in der Vergangenheit in vielen Krisenregionen eine große Rolle. Die Brisanz dieses Themas nimmt unter den heutigen verschärften Bedingungen noch zu. Der Umgang mit und die Prävention von Landkonflikten stellen somit in vielen Fällen eine große Herausforderung in der Entwicklungszusammenarbeit dar.

Die komplexen Zusammenhänge zwischen globalen Veränderungen und lokalen, bzw. regionalen Auseinandersetzungen und Interessengegensätzen werfen damit wichtige Fragen für die friedens- und entwicklungspolitische Arbeit auf:

  • Wie kann im Spannungsfeld von Ernährungssicherung, Ressourcenschutz und Klimawandel mit der knapper werdenden Ressource Land nicht nur nachhaltig und gerecht, sondern auch konfliktsensible umgegangen werden?
  • Auf welche erfolgreichen Ansätze und Konzepte zum Umgang mit Landkonflikten im Sinne von Krisenprävention und konstruktiver Konfliktbearbeitung müsste sich eine konflikt- und kultursensibel ausgerichtete Entwicklungszusammenarbeit ausrichten?
  • Welche Bedeutung muss traditionellen Gesellschaftssystemen und Rechtsstrukturen gegeben werden und was bedeutet das gegenüber völker- und menschenrechtlichen Normen und Ansprüchen?
  • Welche Erfahrungen gibt es zu Handlungsmöglichkeiten in den verschiedenen Konfliktphasen und -kontexten und welche Bedeutung haben die lokalen gegenüber internationalen staatlichen und zivilgesellschaftlichen Akteuren?

FriEnt-Aktivitäten

Vor diesem Hintergrund beschäftigt sich FriEnt seit 2008 mit dem Thema Landkonflikte. Die Aktivitäten von FriEnt konzentrieren sich darauf, die Verbindung zwischen verschiedenen Handlungsfeldern der Entwicklungszusammenarbeit im Bereich der ländlichen Entwicklung zu dem Konfliktkontext aufzuzeigen und Potentiale für Konfliktbearbeitung und Krisenprävention herauszuarbeiten. Der Gestaltung gemeinsamer Lernprozesse und Vernetzung kommt dabei besondere Bedeutung zu.

Das Phänomen des „landgrabbing“ im Konfliktkontext
Bericht vom FriEnt-Fachgespräch am 2. Juni 2010

Landgrabbing hat Konjunktur – Konfliktpotentiale und friedenspolitische Herausforderungen
Beitrag von Caroline Kruckow, in: FriEnt Impulse 09/2009

Landkonflikte in Indien
Bericht vom FriEnt-Fachgespräch am 12. Februar 2009

Landkonflikte in der Entwicklungszusammenarbeit
Bericht vom FriEnt-Workshop am 19. November 2008

Das Phänomen des „landgrabbing“ im Konfliktkontext
Bericht vom FriEnt-Fachgespräch am 2. Juni 2010
Challenges and opportunities for women’s land rights in post-conflict northern Uganda
Research Working Paper 26
Kindi Fredrik Immanuel | MICROCON | 2010
Foreign land grabbing in Africa
CSO Monitoring 2009-2010 ´Advancing African Agriculture`: The Impact of Europe’s Policies and Practices on African Agriculture and Food Security
Sofia Monsalve | 2010
Climate change and natural resources conflicts in Africa
Monograph No 170
Donald Anthony Mwiturubani and Jo-Ansie van Wyk | Institute for Security Studies | 2010
Responding to ‘land grabbing’ and promoting responsible investment in agriculture
Harold Liversage | International Fund for Agricultural Development | 2010
Institutions under construction: Resolving resource conflicts in Tanzanian irrigation schemes
Research Working Paper 23
Els Lecoutere | MICROCON | 2010
´Land Grabbing` – die Gier nach Land
Der Wettlauf um Land verschärft den weltweiten Hunger | Ein Blick 1/2010
Brot für alle; Fastenopfer | 2010
Das große Land-´Grabschen`
Elfriede Schachner | Wiener Institut für internationalen Dialog und Zusammenarbeit (vidc) | 2010
Contested urban land:
Approaching land management and land-based conflicts in Somaliland
Stockbrügger, Jan (Ed.) | INEF, Academy for Peace and Development | 2010

Mitglieder - Publikationen

Socio-economic dynamics of biofuel development in Asia Pacific
Christina Schott | FES | 2009
Entwicklungspolitische Positionierung zum Thema: Großflächige Landkäufe und -pachten in Entwicklungsländern – ´Land Grabbing`
BMZ Diskurs 014
BMZ | 2009
Foreign Direct Investment (FDI) in Land in developing countries
GTZ | 2009
Foreign direct investment in the agricultural sector in Ethiopia
ecofair trade dialogue - discussion paper no. 12
Lucie Weissleder | HBS, Misereor | 2009
No more Grass grown by the Spear
Addressing Land-based Conflicts in Somaliland
Mohamed Abdi et al. | INEF, Sonstige | 2008
Land conflicts. A practical guide to dealing with land disputes
A practical guide to dealing with land disputes
Babette Wehrmann | GTZ | 2008
ZFD: Erfahrungen aus fünf Jahren Kooperation in Chile
DED | 2007

[alle Mitglieder - Publikationen]

Literatur - Tipps

Land Tenure and Violent Conflict in Kenya. In the Context of Local, National and Regional Legal and Policy Frameworks.
Consultative Conference Proceedings Report
Judi Wakhungu, Elvin Nyukuri and Chris Huggins | African Centre for Technology Studies | 2008

[alle Literatur]

Link - Tipps

Food crisis and the global land grab

IDS - initiative on global land grab

Land grab (GRAIN)

Service
Kontakt
Impressum
English
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) | Deutsche Gesellschaft für technische Zusammenarbeit (GTZ) GmbH | Evangelischer Entwicklungsdienst (EED) | Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) | Heinrich-Böll-Stiftung (hbs) | Katholische Zentralstelle für Entwicklungshilfe / Misereor | Konsortium Ziviler Friedensdienst | Plattform Zivile Konfliktbearbeitung / Institut für Entwicklung und Frieden (INEF)