Internationale Partnerschaften zur Vergangenheitsarbeit stärken: Neue Kooperation mit der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung, Zukunft“

Wie kann sich deutsches und internationales Engagement bei der Aufarbeitung gewaltträchtiger Vergangenheit gegenseitig befruchten – und wie könnten Partnerschaften und globales Lernen in diesem Bereich gestärkt werden? Im Rahmen seiner langjährigen Arbeit zu Schnittstellen zwischen Friedensförderung, Entwicklungszusammenarbeit und Transitional Justice hat sich FriEnt wiederholt diese Fragen gestellt.

Eine Kooperation mit der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung, Zukunft“ (Stiftung EVZ) bietet der Arbeitsgemeinschaft nun die Möglichkeit, diesen Fragen systematisch nachzugehen. Ziel des auf zwei Jahre angelegten Kooperationsvorhabens „Internationale Partnerschaften zur Vergangenheitsarbeit stärken“ ist es, die Beziehungen und Partnerschaften zwischen deutschen Akteuren der Vergangenheits- und Erinnerungsarbeit und internationalen Akteuren der Aufarbeitung von gewaltbelasteter Vergangenheit durch Vernetzung, Beratung und gemeinsame Lernprozesse zu stärken sowie einen Beitrag im Sinne der Leitlinien der Bundesregierung „Krisen verhindern, Konflikte bewältigen, Frieden fördern“ zu leisten.

Dabei gehen wir davon aus, dass Aufarbeitungsprozesse keinem Masterplan folgen können, sondern das Ergebnis politischer und gesellschaftlicher Kontroversen mit Kompromissbildungen und daher oft auch ambivalenten Ergebnissen sind. Der deutsche Erfahrungshintergrund und –raum wird daher nicht als „Modell“ oder „Lösungstool“ gesehen, sondern als Potential und Anknüpfungspunkt für ein wechselseitiges Lernen auf Augenhöhe im internationalen Kontext.

Die Stiftung EVZ hat als Bundesstiftung von 2000 bis 2007 die Entschädigungen an NS-ZwangsarbeiterInnen durchgeführt und ist seitdem in ihrer Expertise zu Entschädigungsprogrammen international angefragt. Seit 2001 fördert sie Projekte in den Handlungsfeldern „Auseinandersetzung mit der Geschichte“, „Handeln für Menschenrechte“ und „Humanitäres Engagement für NS-Opfer“ vornehmlich in Mittelosteuropa und Israel.

Für das Kooperationsvorhaben arbeitet nun Dr. Ralf Possekel von der Stiftung EVZ im FriEnt-Team. Er ist Historiker und hat zur Geschichte der Entnazifizierung gearbeitet. Seit 2000 ist er in der Stiftung EVZ tätig und hat dort an der Durchführung der Auszahlungsprogramme mitgewirkt. Danach war er u.a. verantwortlich für die Entwicklung der Förderprogramme der Stiftung. 

Wir freuen uns auf die Kooperation und heißen Ralf ganz herzlich Willkommen.