FriEnt-Studie zu Land und Gewaltprävention: FriEnt-Mitglieder zeigen integrierte Lösungen auf

Der Zugang zu Land sowie dessen Verteilung und Nutzung gehören zu den Hauptfaktoren für gewalttätige Konflikte. Mit den Auswirkungen des Klimawandels, des Bevölkerungswachstums, der Urbanisierung und der Expansion großflächiger Landwirtschaft gerät Land als Lebensgrundlage für die lokale Bevölkerung zunehmend unter Druck. Wie kann mit der knapper werdenden Ressource Land gerecht, nachhaltig und konfliktsensibel umgegangen werden? Welche erfolgreichen Ansätze zum Umgang mit Landkonflikten gibt es? Wie kann die Integration von Land und Gewaltprävention auf lokaler und globaler Ebene gestärkt werden? Genau hier versucht das neue FriEnt-Dossier Antworten zu formulieren, Lösungen und erfolgsversprechende Ansätze aufzuzeigen und daraus Empfehlungen für eine integrierte Umsetzung der Nachhaltigen Entwicklungsziele (SDGs) abzuleiten.

Fortschritte bei SDG 16 ermöglichen Fortschritte bei SDG 5 – und umgekehrt

Die Studie enthält 16 Beispiele aus der Praxis der FriEnt-Mitglieder, ihrer Partner*innen und anderer Organisationen. Die Fallstudien aus 22 Ländern zeigen, wie die Verknüpfung von Land und Gewaltprävention vor Ort und auf politischer Ebene funktionieren kann und sie geben Beispiele für friedlich beigelegte Landkonflikte. Die Autor*innen veranschaulichen, wie Fortschritte bei SDG 16 (Frieden und Gerechtigkeit) auch Fortschritte bei gender- und landbezogenen SDGs ermöglichen und umgekehrt. Sie zeigen Erfolgsfaktoren auf, die zur Verhinderung gewaltsamer Konflikte um Land und natürliche Ressourcen beigetragen haben.

Partnerschaftliche Ansätze an den Schnittstellen von Land und Gewaltprävention

Ziel des gemeinsamen Publikations-Projektes war es auch, neue Wege der Zusammenarbeit von Akteur*innen der Friedens- und Entwicklungsarbeit an den Schnittstellen von Land und Konflikt zu identifizieren. Denn um die komplexen und miteinander verbundenen Herausforderungen zu adressieren, braucht es Partnerschaften zwischen verschiedenen Akteur*innen aus unterschiedlichen Bereichen und institutionellen Hintergründen. Die 22 Fallstudien sollen die Leser*innen dazu inspirieren, integrierte und partnerschaftliche Ansätze an den Schnittstellen von Land und Gewaltprävention zu stärken.

Durch die gemeinsame Arbeit der FriEnt-Mitglieder konnte ein großer geographischer Raum – mit Fällen beispielsweise aus Peru, Niger oder Indonesien – abgedeckt und so eine Vielfalt an Lösungsmöglichkeiten unter Berücksichtigung lokaler Kontexte vorgestellt werden. Gleichzeitig wird dadurch deutlich, dass Konflikte um den Zugang, die Verteilung und Nutzung von Land ein weltweites Problem darstellen und einen zentralen Stellenwert für die Stärkung friedlicher, gerechter und inklusiver Gesellschaften haben müssen.

Internationale Diskussion um SDG 16: Dossier wird auf dem HLPF in New York vorgestellt

Auch wenn die Kontexte in den einzelnen Ländern sehr unterschiedlich sind, gibt es dennoch das Potential, voneinander zu lernen und die Erkenntnisse in die internationale Diskussion um SDG 16 und den Schnittstellen zu land- und genderbezogenen Zielen einfließen zu lassen. Hierfür haben wir das Dossier am 16. Juli auf einem FriEnt-Side-Event „Breaking silos – Showcasing integrated solutions to achieve SDG 16, Land and Gender-related SDGs“ zum UN High Level Political Forum 2019 in New York vorgestellt und diskutiert (ein ausführlicher Bericht folgt in der nächsten Ausgabe der FriEnt-Impulse).