FriEnt unterstützt SDG 16 Überprüfungsprozesse

Die Überprüfung des nachhaltigen Entwicklungsziels (SDGs) 16 auf dem diesjährigen High-Level Political Forum (HLPF) im Juli in New York entfaltet viel Dynamik. FriEnt ist in eine Reihe von Prozessen involviert, die die Fortschritte bei der Erreichung friedlicher, gerechter und inklusiver Gesellschaften in den Blick nehmen.

Im Rahmen der Mitgliedschaft in der Civil Society Platform on Peacebuilding and Statebuilding (CSPPS) unterstützt FriEnt unter anderem die zivilgesellschaftliche Teilhabe und die Berücksichtigung von Friedensthemen in der SDG-Überprüfung in fragilen und von Konflikten betroffenen Staaten. 2019 werden erstmalig eine Reihe von fragilen und von Konflikten betroffenen Staaten (Sierra Leone, Tschad, Zentralafrikanische Republik, Cote d'Ivoire, Timor-Leste) freiwillige Fortschrittsberichte (Voluntary National Reviews, VNRs) beim HLPF präsentieren und über Herausforderungen und Fortschritte bei der Umsetzung der Agenda 2030 auf nationaler Ebene berichten.

Gemeinsam werden CSPPS und das TAP-Netzwerk in den nächsten Wochen und Monaten Workshops in den fünf Ländern organisieren, um die Beteiligung zivilgesellschaftlicher Akteure zu stärken. In vielen Ländern haben die VNR-Prozesse einen Raum für den Dialog zwischen Staat und Zivilgesellschaft eröffnet und es der Zivilgesellschaft ermöglicht, kritische Perspektiven einzubringen, teilweise in den offiziellen Bericht, teilweise in Form von Schattenberichten. Häufig ist die Zivilgesellschaft in fragilen Staaten in besonderem Maß vom globalen Trend der Shrinking Civic Spaces erfasst. Die Umsetzung der Agenda 2030 muss sich daher auch daran messen lassen, wie inklusiv der Dialog zwischen Regierung und Zivilgesellschaft dort abgelaufen ist und welche Mechanismen dies sicherstellen können. Hier setzt das CSPPS-Projekt an, stärkt zivilgesellschaftliche Akteure vor Ort und will die Erfahrungen von zivilgesellschaftlicher Teilhabe an SDG-Überprüfungsprozessen in fragilen Staaten in die Diskussionen auf dem HLPF einspeisen.

FriEnt unterstützt außerdem einen Aufruf von Saferworld, dem International Peace Institute, dem TAP-Netzwerk, CSPPS und weiteren Organisationen, Videos zum Engagement für friedliche, gerechte und inklusive Gesellschaften einzureichen. Mit den kurzen Videos soll gezeigt werden, wie vielfältig das Engagement für die Umsetzung von SDG 16+ sein kann, was funktioniert hat und wie SDG 16+ dabei hilft, Herausforderungen für friedliche, gerechte und inklusive Gesellschaften zu überwinden.  

FriEnt will die SDG 16 Überprüfung auch nutzen, um auf die Schnittstellen und Wechselwirkungen von Land und der Reduzierung und Prävention von Gewalt hinzuweisen. Laut Präambel der Agenda 2030 sind „die Querverbindungen zwischen den Zielen für nachhaltige Entwicklung und deren integrierter Charakter“ von ausschlaggebender Bedeutung. Die SDGs sollen sich gegenseitig unterstützen. Der breite thematische Ansatz der SDGs bietet damit das Potential, bisher unterbelichtete Wechselwirkungen und Synergien von Frieden und nachhaltiger Entwicklung unter die Lupe zu nehmen und integrierte Ansätze zu entwickeln. Wir haben die FriEnt-Mitgliedsorganisationen und ihre Partner dafür um gute Praxisbeispiele und Erfahrungen gebeten, wie die Ziele für Land einerseits und für friedliche, gerechte und inklusive Gesellschaften andererseits zusammengebracht werden können. Die Beiträge werden wir in einem Dossier sammeln und in die SDG 16 Debatte einfließen lassen.