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Neokoloniale Muster

Hilfe müsse verteidigt, kritisiert und überwunden werden
Mario Purisic | unsplash

E+Z hat mit Pirmin Spiegel, dem Hauptgeschäftsführer von Misereor, über neokoloniale Muster in der globalen Entwicklungszusammenarbeit gesprochen und darüber, wie sie überwunden werden können.

Der Westen, Europa, solle sich dringend in Bescheidenheit üben. In der Logik der UN Agenda 2030 „ist jedes Land ein Entwicklungsland. Keines hat diese Ziele zu hundert Prozent erfüllt, alle sind Lernende.“ Vermeintliche Selbstverständlichkeiten aus einer Geschichte voller Privilegien und Ausbeutung müssten dringend überdacht werden. So hätten zum Beispiel die aktuellen Krisen und Kriege gezeigt, dass „die Staaten großer Bündnisse wie Mercosur, der Afri­kanischen Union oder der Asia-Pacific Economic Cooperation nicht automatisch Verbündete des sogenannten Westens sind“. Traditionelle Geberländer müssten daher dringend „governancetauglich“ werden. Das solle heißen: kooperationswilliger und -fähiger zu werden und eigene Macht- und Gestaltungsansprüche abzulegen. Statt auf Verteidigungsfähigkeit, Konkurrenz und eigene Vorteile zu bauen, sollten globaler Dialog und local Ownership gestärkt werden. Das Erdsystem sei letztlich in unser aller Interesse.

„Aus Sicht von Misereor geht es im Kern darum, Hilfe zu verteidigen, zu kritisieren und zu überwinden. Verteidigen müssen wir Hilfe dort, wo sie notwendig ist, weil Menschen in Not sind. Sie haben ein Recht darauf. Wir kritisieren aber Hilfe, wenn sie zu neuen Abhängigkeiten führt. Überwinden müssen wir sie insofern, als dass die Menschen selbst über ihre Geschichte bestimmen sollen.“

Lesen Sie das gesamte Gespräch „Die Kompetenzen zur Veränderung sind vor Ort“ auf der Webseite von E+Z.

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