Accra Erklärung und Internationaler Dialog zu Peacebuilding und Statebuilding

Marc Baxmann


09.09.2010 - 16:32



Die Accra Erklärung nimmt explizit Bezug zum Internationalen Dialog zu Peacebuilding und Statebuilding und steht in engem Zusammenhang mit diesem Prozess. Der Internationale Dialog ist ein direkter Folgeprozess des dritten High Level Forums zur Wirksamkeit der Entwicklungszusammenarbeit, auf dem die Wirksamkeit der Entwicklungszusammenarbeit in fragilen Situationen und von Konflikten betroffenen Ländern sowie die Kongruenz der Ziele Statebuilding und Peacebuilding problematisiert wird. In sieben Staaten bzw. Regionen (Burundi, Zentralafrikanische Republik, Demokratische Republik Kongo, Liberia, Sierra Leone, Süd-Sudan und Timor Leste) wurden im letzten Jahr unter Federführung von OECD/INCAF Konsultationen abgehalten. Inzwischen wächst diese sogenannte g7+ Gruppe weiter und weitere Länder werden eingeladen, sich an dem Prozess zu beteiligen.

 

Auf dem ersten globalen Treffen des Internationalen Dialogs in Dili hat die g7+ Gruppe ihre Anliegen gegenüber den OECD/DAC-Mitgliedern formuliert. Weitere Ergebnisse der Konferenz sind die Vereinbarung der Dili-Declaration und die Verabschiedung eines gemeinsamen Arbeitsprogramms. Ziel ist es, auf dem vierten High Level Forum zur Wirksamkeit der Entwicklungszusammenarbeit in Busan 2011 einen Aktionsplan vorzulegen.

 

Der Aktionsplan soll in vier Arbeitsgruppen (Kapazitätsentwicklung, Instrumente, Planungsprozesse, Politischer Dialog) erarbeitet werden, die von einem OECD-Land und einem Partnerland der g7+ Gruppe geleitet werden. Die Zivilgesellschaft soll in die Arbeit aktiv einbezogen werden.

 

Im Vorfeld der Konferenz in Dili fand bereits eine erste Konsultation der Zivilgesellschaft - allerdings relativ ad-hoc - statt. Acht zivilgesellschaftliche Organisationen waren selbst in Dili präsent und haben ihre Perspektiven eingebracht. Um die zivilgesellschaftliche Beteiligung zu verstetigen wird in naher Zukunft eine etwa 30 Organisationen umfassende „Civil Society Advisory Group“ eingerichtet, die den Internationalen Dialog bis Seoul begleiten und auch Inputs in die vier Arbeitsgruppen geben soll.

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In diesem Blog begeben sich die FriEnt-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf die Suche nach der "Friedensmacht Europa", fragen nach der Rolle der Vereinten Nationen bei der Verbindung von Frieden und Entwicklung und blicken auf aktuelle Entwicklungen bei OECD und Weltbank.

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