Eine neue Agenda für den Frieden?

In einem aktuellen Beitrag für das Global Observatory des International Peace Institutes (IPI) nimmt Francesco Mancini die Vielzahl unterschiedlicher Reforminitiativen und Policy-Dokumente zu Instrumenten der UN in Konfliktkontexten kritisch in den Blick:

“In recent years, the UN Secretariat has produced a plethora of strategic and operational documents on how to improve the UN’s responses in conflict scenarios. Most of these documents focused on technical aspects, such as partnerships, capabilities, expertise, planning, and prioritizing. Among them there are: “A New Partnership Agenda: Charting a New Horizon for UN Peacekeeping” (2009); “Peacebuilding in the Immediate Aftermath of Conflict” (2009); “Global Field Support Strategy” (2010); “Civilian Capacity in the Aftermath of Conflict” (2011); “Preventive Diplomacy: Delivering Results” (2011); and the “Review of Arrangements for Funding and Backstopping Special Political Missions” (2011).

Mancini kommt zu dem Schluss, dass allein in dieser Vielzahl und Heterogenität von Initiativen und Leitlinien die Fragmentierung des UN-Systems erneut deutlich wird. Gleichwohl seien die faktischen Analysen und Empfehlungen hilfreich und wertvoll für die Weiterentwicklung des UN-Engagements in Konfliktkontexten. Er schlägt deswegen vor, die Einsichten aus diesen Analysen in Form einer neuen übergreifenden Strategie und Vision für die UN zu konsolidieren, einer „Neuen Agenda für den Frieden“.

Orientiert am Vorbild der ursprünglich unter Generalsekretär Boutros Boutros-Ghali vor 20 Jahren vorgelegten Agenda für den Frieden, sollte das Ziel eines solchen Unterfangens eine umfassende und realistische Strategie für die UN und ihre Mitgliedstaaten sein um Frieden und Sicherheit im 21 Jahrhundert zu gewährleisten.

Diese Forderung sollte sowohl in den Mitgliedstaaten als auch im UN-System selbst auf fruchtbaren Grund fallen und würde außerdem gut zu dem neuen fünf-Jahres Programm für die zweite Amtszeit von UN Generalsekretär Ban Ki Moon passen. Nach der Vielzahl operativer und technischer Reformen die schon vor den von Mancini genannten  stattfanden (unter anderem initiiert durch den Brahimi Report und die Capstone Doctrine), institutioneller Neuerungen (Peacebuilding Architecture, ICC, UNDP-BCPR) und völkerrechtlicher Weiterentwicklungen ("Responsibility to Protect") die seit der letzten Agenda for Peace auf UN-Ebene Einzug gehalten haben, ist nun ein guter Zeitpunkt für eine Integration und einen neuen Narrativ zur Rolle der UN in ihrem Hauptaufgabengebiet: Der Wahrung von Frieden und Sicherheit.

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Über diesen Blog

In diesem Blog begeben sich die FriEnt-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf die Suche nach der "Friedensmacht Europa", fragen nach der Rolle der Vereinten Nationen bei der Verbindung von Frieden und Entwicklung und blicken auf aktuelle Entwicklungen bei OECD und Weltbank.

Dieser Blog versteht sich somit als konstruktive Auseinandersetzung mit aktuellen Trends und Prozessen rund um die Themen Friedensförderung und Krisenprävention auf internationaler Ebene. Gleichzeitig wollen wir damit die Debatte anregen: Wo ist der strategische Kompass beim internationalen Engagement für Frieden und Entwicklung? Und wie sieht es in der Praxis aus?

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