Erdbeben in Nepal – Konfliktsensible Herausforderungen einerseits, Chance zum Wandel andererseits?

20. Aug. 2015
Sonja Vorwerk-Halve

Die Erdbeben in Nepal haben das Land sehr schwer getroffen. Bislang wurden über 8.600 Tote gemeldet, Häuser und ganze Dörfer sind zerstört. Insbesondere entlegende Regionen des Landes wurden schwer getroffen. Gerade hier wohnen jene Bevölkerungsgruppen, die marginalisiert sind, denen es an physischer und sozialer Infrastruktur sowie Teilhabemöglichkeiten mangelt. Die katastrophalen Folgen des Erdbebens stellen nicht nur die Bevölkerung Nepals, sondern auch die Regierung, die Zivilgesellschaft sowie die internationale Gemeinschaft vor geographische, politische und gesellschaftliche Herausforderungen. Nicht vergessen werden sollte jedoch, dass der Kontext in Nepal eines konfliktsensiblen Vorgehens bedarf, da auch fast zehn Jahre nach Beendigung der gewaltsamen Auseinandersetzungen die strukturellen Konfliktursachen weiterhin aktuell sind.

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Ein Peacebuilding Council anstelle der Peacebuilding Commission?

Marius Müller-Henning

Gestern wurde in Den Haag der Bericht der Commission on Global Security, Justice and Governance präsentiert. Die von der ehemaligen US-Außenministerin Madeleine Albright und dem ehemaligen UN-Untergeneralsekretär Professor Ibrahim Gambari geleitete Kommission fokussiert sich in ihrem Bericht auf drei zentrale Herausforderungen, die eine Reform der Global Governance Architekur besonders drängend machen.

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High-Level-Panel zur Post-2015-Agenda: Frieden ist Bestandteil nachhaltiger Entwicklung

Marc Baxmann

Am 30. Mai hat das „High Level Panel on Post-2015 Development Agenda“ (HLP) seinen mit Spannung erwarteten Bericht unter dem Titel "A new global Partnership" an den UN-Generalsekretär Ban-Ki Moon überreicht. Nach vielfacher Einschätzung hat das 27-köpfige Beratergremium seinen Job erstaunlich gut gemacht und die Erwartungen an mutige, zugleich aber auch praktikable Vorschläge für eine transformative Entwicklungsagenda teilweise sogar übertroffen. Frieden und gute Regierungsführung nehmen eine unerwartet prominente Rolle ein. So werden in dem Bericht fünf transformative Verschiebungen identifiziert, die im Sinne eines entwicklungspolitischen Paradigmenwechsel verstanden werden sollten: Niemanden zurücklassen, Nachhaltige Entwicklung ins Zentrum rücken, Strukturen und Wachstum der Wirtschaft auf Beschäftigung im Rahmen nachhaltiger Innovationsstrategien orientieren, Frieden fördern und effektive, zugängliche und verantwortliche Institutionen für alle schaffen, Eine neue globale Partnerschaft zur Umsetzung der Agenda formen. Eine Kernbotschaft des HLP lautet: „We are calling for a fundamental shift – to recognize peace and good governance as a core element of wellbeing, not an optional extra.“ Damit wird Frieden nicht nur im Sinne eines fundamentalen Rechts auf ein Leben in Abwesenheit von Gewalt und Krieg definiert, sondern als Kernbestandteil nachhaltiger Entwicklung. Frieden ist nicht Zusatz oder Nebenziel, sondern Fundament von Entwicklung – und dies gilt überall, nicht nur in fragilen oder von Konflikten betroffenen Ländern.

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Interview: „New Deal Umsetzung braucht zivilgesellschaftliche Beteiligung“

Marc Baxmann

Wohl selten standen die Themen Konflikt und Fragilität im internationalen Diskurs zur Wirksamkeit der Entwicklungszusammenarbeit so sehr im Fokus wie heute. Im Rahmen des International Dialogue on Peacebuilding and Statebuilding hat sich die g7+-Gruppe von fragilen Staaten mit internationalen Gebern zusammengesetzt und Ziele und Wege für das Engagement in fragilen Staaten neu definiert. Das Ergebnis ist ein New Deal for Engagement in Fragile States, der derzeit in sieben Ländern pilothaft umgesetzt wird. Der New Deal sieht vor, auch die Zivilgesellschaft in diesen Umsetzungsprozessen zu involvieren. Im Interview berichtet Lancedell Matthews von der New African Research and Development Agency (NARDA), einer liberianischen Partnerorganisation von Brot für die Welt – Evangelischer Entwicklungsdienst, von den bisherigen Erfahrungen und beleuchtet die Rolle der Zivilgesellschaft bei der Umsetzung des New Deal. Laut Matthews könne auch die Post-2015-Entwicklungsagenda vom New Deal inspiriert werden, um innovative Ansätze zu finden und alte Fehler zu vermeiden.

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Post-2015: Positiver oder negativer Frieden?

Marc Baxmann

Wie können Konflikt und Gewalt angemessen in der Post-2015-Entwicklungsagenda berücksichtigt werden? Die Debatte über diese Frage ist in vollem Gange und hat nach dem Vorschlag des High Level Panel (HLP), ein eigenständiges Friedensziel zu integrieren, nochmal an Fahrt gewonnen. Eine interessante Kontroverse zeichnet sich nun in der britischen Fachöffentlichkeit zur Frage ab, ob Konflikt und Gewalt nur im Sinne der Abwesenheit von Gewalt in den Zielkatalog mit aufgenommen werden könnten und sollten („negativer Friede“) oder ob Elemente „positiven Friedens“ als Basis für die Entwicklung von Zielen und Indikatoren herangezogen werden können.

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