FriEnt Blog


Interview: „New Deal Umsetzung braucht zivilgesellschaftliche Beteiligung“

Marc Baxmann

Wohl selten standen die Themen Konflikt und Fragilität im internationalen Diskurs zur Wirksamkeit der Entwicklungszusammenarbeit so sehr im Fokus wie heute. Im Rahmen des International Dialogue on Peacebuilding and Statebuilding hat sich die g7+-Gruppe von fragilen Staaten mit internationalen Gebern zusammengesetzt und Ziele und Wege für das Engagement in fragilen Staaten neu definiert. Das Ergebnis ist ein New Deal for Engagement in Fragile States, der derzeit in sieben Ländern pilothaft umgesetzt wird. Der New Deal sieht vor, auch die Zivilgesellschaft in diesen Umsetzungsprozessen zu involvieren. Im Interview berichtet Lancedell Matthews von der New African Research and Development Agency (NARDA), einer liberianischen Partnerorganisation von Brot für die Welt – Evangelischer Entwicklungsdienst, von den bisherigen Erfahrungen und beleuchtet die Rolle der Zivilgesellschaft bei der Umsetzung des New Deal. Laut Matthews könne auch die Post-2015-Entwicklungsagenda vom New Deal inspiriert werden, um innovative Ansätze zu finden und alte Fehler zu vermeiden.

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Post-2015: Positiver oder negativer Frieden?

Marc Baxmann

Wie können Konflikt und Gewalt angemessen in der Post-2015-Entwicklungsagenda berücksichtigt werden? Die Debatte über diese Frage ist in vollem Gange und hat nach dem Vorschlag des High Level Panel (HLP), ein eigenständiges Friedensziel zu integrieren, nochmal an Fahrt gewonnen. Eine interessante Kontroverse zeichnet sich nun in der britischen Fachöffentlichkeit zur Frage ab, ob Konflikt und Gewalt nur im Sinne der Abwesenheit von Gewalt in den Zielkatalog mit aufgenommen werden könnten und sollten („negativer Friede“) oder ob Elemente „positiven Friedens“ als Basis für die Entwicklung von Zielen und Indikatoren herangezogen werden können.

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Interview: „Immer mehr mit immer weniger Mitteln“

Marius Müller-Henning

Die Zahl der Akteure, die an der Schnittstelle von Entwicklung und Frieden gesellschaftliche Transformationsprozesse zur Überwindung von Konflikt und Gewalt unterstützen, nimmt beständig zu. Strukturierte Kooperation und die vielfach beschworenen Synergieeffekte werden dabei jedoch wesentlich häufiger gefordert als tatsächlich realisiert. In diesem zunehmend komplexen Akteursumfeld spielen die Vereinten Nationen (UN) eine zentrale Rolle. Sowohl konzeptionell-strategisch als auch operativ – in Missionen und Projekten weltweit – arbeiten die Organe der UN intensiv an thematischen Fragen und regionalen Konflikten. Gleichzeitig hat das Interesse für Entwicklungen auf UN-Ebene in Deutschland in den letzten Jahren eher abgenommen. Während einzelne politische Prozesse, wie die nationale Implementierung der Resolution 1325 oder die Diskussion um die Schutzverantwortung (Responsibility to Protect, RtoP), hohe politische Aufmerksamkeit erlangten, fanden wichtige institutionelle und konzeptionelle Entwicklungen vergleichsweise wenig Resonanz. Dies ist bedenklich, da die UN gerade aufgrund ihrer globalen Präsenz, ihrer universellen staatlichen Mitgliedschaft und der langjährigen Erfahrung in der Zusammenarbeit mit zivilgesellschaftlichen Akteuren ein besonderes Potential hat, die Effektivität von Friedensförderung zu erhöhen. Für die FriEnt-Berichte 2011-2012 sprachen wir über diese und weitere Entwicklungen auf UN-Ebene mit Volker Lehmann vom New Yorker Büro der Friedrich-Ebert-Stiftung.

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Weltbank fordert besseres Risikomanagement

Bodo Schulze

Mit dem Weltentwicklungsbericht 2014 „Managing Risks for Development“ rückt nun auch die Weltbank die Analyse von Risiken in Entwicklungsprozessen verstärkt in den Mittelpunkt. Hintergrund ist die Erkenntnis, dass durch die zunehmende internationale und ökonomische Integration, technologischen Fortschritt und soziale Reformen verschiedene Risiken auf unterschiedlichen Ebenen – wie der Verlust des Arbeitsplatzes, Krankheiten, Gewalt und Kriminalität , Finanzielle Schocks, Klimawandel und Naturkatastrophen – zunehmend miteinander verknüpft sind. Da Risiken aber Entwicklungsprozessen inhärent sind gehe es folglich nicht darum, sie zu vermeiden, sondern aktiv zu gestalten.

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Kommission und EEAS wollen Mainstreaming stärken

Marc Baxmann

Die Integration der Querschnittsbereiche Krisenprävention und Friedensförderung in alle Instrumente und Ebenen der EU-Außenbeziehungen bleibt eine stetige Herausforderung. Das größte Problem scheint – wie so häufig – darin zu liegen, die Lücke zwischen Absichtserklärungen und praktischer Umsetzung zu schließen, um dem Anspruch des selbst gewählten „integrierten Ansatzes“ gerecht zu werden. Eine der Hauptempfehlungen einer Evaluierung des EU-Engagements für Krisenprävention und Friedensförderung aus dem Jahr 2011 lautete daher auch, auf Arbeitsebene Handreichungen und Hilfestellung zu erarbeiten, um Begriffe eindeutig zu klären, Verunsicherungen zu nehmen und Handlungsoptionen aufzuzeigen. Ein gemeinsames Verständnis von Konzepten und Begriffen sei wesentlich, auch um die personellen Kapazitäten in den EU-Delegationen qualitativ zu stärken. Ein kurzes und benutzerfreundliches „Vademekum“ solle erstellt werden, um Hilfestellung für die Durchführung von Konfliktanalysen sowie für konfliktsensibles PM&E und die Querschnittsverankerung zu geben. Mit zwei neuen Leitfäden kommen Europäischer Auswärtiger Dienst (EEAS) und Europäische Kommission dieser Empfehlung nun nach. In erster Linie als interne Hilfestellung konzipiert, lohnt dennoch ein intensiver Blick, da darin das aktuelle Denken in den EU-Institutionen über wirksame Krisenprävention und Friedensförderung abgebildet ist und sich damit gleichzeitig Rückschlüsse auf den Inhalt der wohl unmittelbar bevorstehenden Mitteilung zum „Comprehensive Approach“ ziehen lassen.

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Über diesen Blog

 

In diesem Blog begeben sich die FriEnt-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf die Suche nach der "Friedensmacht Europa", fragen nach der Rolle der Vereinten Nationen bei der Verbindung von Frieden und Entwicklung und blicken auf aktuelle Entwicklungen bei OECD und Weltbank.

Dieser Blog versteht sich somit als konstruktive Auseinandersetzung mit aktuellen Trends und Prozessen rund um die Themen Friedensförderung und Krisenprävention auf internationaler Ebene. Gleichzeitig wollen wir damit die Debatte anregen: Wo ist der strategische Kompass beim internationalen Engagement für Frieden und Entwicklung? Und wie sieht es in der Praxis aus?

Wir freuen uns über Ihre Kommentare, Anregungen und Vorschläge!


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