OECD stellt Evaluierungsleitfaden vor

25.08.2015

Marc Baxmann

Im November 2012 ist der überarbeitete OECD-DAC-Leitfaden „Evaluating Peacebuilding Activities in Settings of Conflict and Fragility: Improving Learning for Results“ veröffentlicht worden. Im Mittelpunkt des Leitfadens steht das Potential von Evaluierungen, Peacebuilding-Maßnahmen dank Lessons Learnt effektiver zu gestalten. Evaluierungen im Konfliktkontext wurde in den letzten Jahren zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt, nicht nur wegen der Gefahren, die ein hoch politisches Umfeld bergen kann, sondern auch wegen ihrer Komplexität in der Ausführung. Mit dem vorliegenden Leitfaden versucht die OECD, diese Lücke zu schließen.

Ein erster Entwurf des Leitfadens wurde bereits 2008 in Pilotevaluationen getestet. Die Probeevaluationen haben aufgezeigt, dass in der Geberkoordinierung, aber auch im Geberverständnis Differenzen existieren, insbesondere was den Nexus Entwicklung und Frieden, die Kurzfristigkeit und die Planungsfreiheit zur flexiblen Anpassung von Maßnahmen betrifft. Außerdem wurde bemängelt, dass konfliktsensible Tools wie gründliche Konfliktanalysen und die Integration des Do-No-Harm-Ansatzes, sowie theoretische Grundlagen bisher in Projektplanungen nicht ausreichend berücksichtigt wurden.

Der Leitfaden stellt sich genau diesen Herausforderungen. Er führt zunächst in die aktuelle Strategiedebatte von internationalem Engagement in Konfliktkontexten ein. Anschließend wird der Leser – angesprochen sind insbesondere Entscheidungsträger und Verantwortliche der Programmkonzeption – schrittweise durch einzelne Projektplanungsphasen und eine sorgfältige Evaluationsplanung geleitet. Dabei werden die angesprochenen Instrumente zur Konfliktbestimmung und Konzepte zur konfliktsensiblen Projektausrichtung explizit in ihrer Anwendbarkeit und Wirksamkeit erläutert.

So hilft eine ausführliche Analyse der Ursachen und Einflussfaktoren von Konflikten und Fragilität, Konflikt- und Friedenspotenziale zu erfassen und, regelmäßig durchgeführt, den Überblick über aktuelle Dynamiken zu behalten und Projekte entsprechend anzupassen. Zusätzlich schafft sie den analytischen Hintergrundrahmen für anstehende Evaluationen. Die höchst politischen Settings verlangen auch vom Evaluierungsteam ein hohes Maß an Konfliktsensibilität und Kontextwissen, um weder das Projektziel noch die involvierten Personen zu gefährden.

Mit Hilfe von Theories of Change sollen sowohl in der Planung der Maßnahmen, als auch in den Terms of Reference für die Evaluation logische, erreichbare Ziele und Annahmen formuliert werden. Dabei sollte man wenn möglich auf Theories of Change zurückgreifen, deren Ursache-Wirkungskette bereits erwiesen wurde, um die Erfolgsaussicht für die Peacebuilding-Maßnahme zu steigern. Der Leitfaden gibt außerdem Empfehlungen für logistische Planungsfragen, aber auch für die Durchführung und Auswertung der Evaluation selbst.

Dieser Beitrag unserer Praktikantin Dorothee Lepperhoff ist auch in den FriEnt-Impulsen 12/2012 erschienen.

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