Weltbank fordert besseres Risikomanagement

20.08.2015

Bodo Schulze

Mit dem Weltentwicklungsbericht 2014 „Managing Risks for Development“ rückt nun auch die Weltbank die Analyse von Risiken in Entwicklungsprozessen verstärkt in den Mittelpunkt. Hintergrund ist die Erkenntnis, dass durch die zunehmende internationale und ökonomische Integration, technologischen Fortschritt und soziale Reformen verschiedene Risiken auf unterschiedlichen Ebenen – wie der Verlust des Arbeitsplatzes, Krankheiten, Gewalt und Kriminalität , Finanzielle Schocks, Klimawandel und Naturkatastrophen – zunehmend miteinander verknüpft sind. Da Risiken aber Entwicklungsprozessen inhärent sind gehe es folglich nicht darum, sie zu vermeiden, sondern aktiv zu gestalten.

Der recht theoretisch verfasste Bericht entwickelt einen entsprechenden Entwurf eines umfassenden Risikomanagements-Systems, das idealerweise auf verschiedenen Ebenen zum Tragen kommt: Haushalt, Gemeinschaft, Unternehmen, Finanzsystem, Staat, internationale Gemeinschaft. Ein in diesem Sinne verstandenes Risikomanagementsystem könne zu mehr Resilienz und Wohlstand führen.

Damit bemüht sich der Bericht um Anschlussfähigkeit an internationale Debatten zum Thema Resilienz. Diese werden auch von der OECD dazu genutzt, verschiedene Politikfelder und Akteure stärker zusammenzubringen. Die Resilienzdefinition des WDR 2014 bezieht sich allerdings vorwiegend auf Bewältigungskapazitäten. Damit bleibt sie hinter den Definitionen anderer bi- und multilateraler Akteure wie auch Think Tanks (wie Deutschland, OECD, ODI) zurück, die das Konzept weiter fassen und auch Anpassungskapazitäten mit einschließen.

Um das Thema Risikomanagement stärker in der internationalen Entwicklungsarbeit zu verankern, votiert der Bericht für die Errichtung sogenannter „national risk boards“, bei dem alle Fäden eines umfassenden Risikomanagements zusammenlaufen. Diese könnten die gängige Arbeitsteilung innerhalb und zwischen (internationalen) Institutionen und Organisationen sowie Regierungsbehörden durchbrechen. Wie dies allerdings in fragilen Staaten geschehen kann und soll, bleibt unklar. Gerade fragile Staaten sind einer Vielzahl an Risiken ausgesetzt und häufig kaum in der Lage diesen aus eigener Kraft zu begegnen

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