02-09-2015

BMZ: Deutschland übernimmt Ko-Vorsitz in der Global Facility for Disaster Reduction and Recovery

Deutschland wurde im Mai diesen Jahres vom Geberkonsortium einstimmig zum neuen Co-Chair der „Global Facility for Disaster Reduction and Recovery“ (GFDRR) gewählt. Das BMZ übernimmt damit ab 1. Juli 2015 für zwölf Monate den Vorsitz über die Gebergruppe (Consultative Group) und die zentrale Steuerungs- und Aufsichtsfunktion gegenüber der GFDRR.

Die GFDRR ist als Teil der Weltbank-Gruppe eine weltweit führende Institution für Resilienzstärkung und Katastrophenrisikomanagement und der wichtigste Kooperationspartner des BMZ im internationalen Katastrophenrisikomanagement. Die Consultative Group, bestehend aus 24 Geberländern, zehn internationalen Organisationen und weiteren Partnerländern, trifft sich auf Einladung Deutschlands im Herbst 2015 zur nächsten Sitzung in Berlin. Seit 2008 hat das BMZ insgesamt rund 20 Millionen Euro in den multilateralen Fond zur Finanzierung von Maßnahmen des Katastrophenrisikomanagements eingezahlt. Damit ist Deutschland aktuell fünftgrößter bilateraler Geber des Fonds.

Die programmatische Arbeit der GFDRR teilt sich auf die folgenden fünf Bereiche auf:

  • Riskoidentifizierung,
  • Riskoreduzierung,
  • Preparedness,
  • Risikotransfer und finanzielle Absicherung, sowie
  • katastrophenresilienter Wiederaufbau.

Deutschland unterstreicht mit der Übernahme des Ko-Vorsitzes sein Engagement im Entscheidungsjahr 2015. Gemeinsam mit der GFDRR wird Deutschland sich der Ausrichtung der Fazilität zur Umsetzung des „Sendai Framework of Action“ widmen und unterstützt die Zu-sammenführung und Integration der Themenfelder Katastrophenrisikomanagement, Klima-anpassung sowie Frieden und Sicherheit. Denn extreme Naturereignisse und ihre zum Teil gravierenden Folgen werden in Zukunft aufgrund der Erderwärmung infolge des Klimawandels voraussichtlich weltweit weiter zunehmen. Fragile und von Konflikt und Gewalt betroffene Länder sind dabei in besonderer Weise von den Folgen von Naturkatastrophen betroffen: Eine Studie des Overseas Development Institute zeigt, dass im Zeitraum 2005 – 2009 50 Prozent der von Katastrophen betroffenen Menschen in fragilen und von Konflikten betroffenen Ländern lebte.

Der Förderschwerpunkt des BMZ bei der GFDRR konzentriert sich daher folgerichtig auf bevölkerungsnahe und kapazitätsstärkende Maßnahmen:

  1. „Safer Schools Programme“: Ziel des Programms ist es, Bildungseinrichtungen in Hochrisikoländern durch Neubau oder Nachrüstungsmaßnahmen sicher und resilient gegen Natur- und Extremwetterereignisse zu machen. Das BMZ bringt sich in Kooperation mit der GIZ gestaltend in die Initi-ative ein. Durch die deutschen Beiträge können zwei weitere Partnerländer ab 2015 in die Zusammenarbeit aufge-nommen werden.
  2. „Civil Society Engagement and Community Resilience“: Dieses Programm fördert die stärkere Integration der Zivilgesellschaft in die Planung und Umsetzung staatlicher Katastrophenvorsorge. Deutschland setzt sich im Rahmen dieser Initiative dafür ein, dass die Maßnahmen der Weltbank und seiner Kooperationsländer so gestaltet werden, dass staatliche Programme die Bedarfe der lokalen Bevölkerung berücksichtigen und Katastrophenvorsorge wirksam und effektiv bis auf Dorf- und Gemeindeebene umgesetzt wird.

Weitere Infos

Florian Neutze, BMZ
florian.neutze@bmz.bund.de

Links & Literatur

BMZ: Schutz vor Naturkatastrophen

Global Facility for Disaster Reducion and Recovery

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