17-12-2019

BMZ | Fachdialog Zukunft für den Frieden

Auch 20 Jahre nach Gründung des Zivilen Friedensdienstes (ZFD) strebt dieser nach einer Welt mit weniger Gewalt, mehr Dialog und einem größeren Vertrauen in die Zivilgesellschaft. Er ist damit ein wichtiges Instrument der deutschen Friedenspolitik.

Rund zwei Milliarden Euro jährlich investiere das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) in Konfliktprävention, Krisenbewältigung und Friedensarbeit. Der vor 20 Jahren geschaffene Zivile Friedensdienst spiele dabei eine zentrale Rolle, sagte Norbert Barthle, Parlamentarischer Staatsekretär im BMZ, und betonte dabei den wertvollen Einsatz aller ZFD-Akteure, die mit ihrer Arbeit Menschlichkeit wiederherstellten.

Unter dem Motto „Gemeinsam für den Frieden - 20 Jahre Ziviler Friedensdienst“ luden das Konsortium ZFD und das BMZ am 4. und 5. Dezember 2019 rund 200 internationale und nationale Gäste zur gemeinsamen Jubiläumsfeier und anschließendem Fachaustausch ein.   

Entscheidungsträger*innen aus Politik, Zivilgesellschaft und Wissenschaft sowie ZFD-Fachkräfte aus elf Projektländern nutzten das vielseitige Programm, um Erfahrungen auszutauschen und aktuelle Herausforderungen zu diskutieren, und ließen zu HipHop-Beats aus den Palästinensischen Gebieten auch die Gelegenheit der gemeinsamen Feier nicht verstreichen.

Nach gemeinsamer Würdigung der Arbeit des ZFD am ersten Tag stand der zweite Tag mit dem Fachdialog „Zukunft für den Frieden“ ganz im Zeichen inhaltlicher Diskussionen zum Nexus Frieden und Entwicklung. Markus Grübel, Beauftragter der Bundesregierung für weltweite Religionsfreiheit, stellte in seiner Begrüßungsrede fest, dass die Entwicklungspolitik einen zweigleisigen Ansatz verfolgen müsse: Es gelte, gleichzeitig die vielfältigen Potenziale der Religionen, junger Menschen sowie digitaler Technologien für ein friedliches Miteinander zu unterstützen und parallel daran anzusetzen, potenzielle Risiken möglichst geringzuhalten.

In drei Arbeitsgruppen zu den zukunftsweisenden Themen Digitalisierung, Religion und Jugend wurde diskutiert, in welchem Zusammenhang diese mit Konflikt und Gewalt einerseits und Frieden und Sicherheit andererseits stehen und welche Konsequenzen sich daraus für die entwicklungspolitische Friedensarbeit ergeben. Eingeleitet durch je einen wissenschaftlichen Kurzinput und einen Praxis-Kommentar einer ZFD-Fachkraft luden die Arbeitsgruppen die Teilnehmer*innen durch ein offenes Stuhlkreisformat zum Fachaustausch auf Augenhöhe ein. Zentrale übergreifende Erkenntnisse waren unter anderem: die Notwendigkeit eines umfassenden Kontextverständnisses, die Weiterentwicklung bestehender Analyseinstrumente, der Mehrwert neuer und innovativer Partnerschaften sowie der digitale Wandel als gesellschaftlicher „game changer“.

Die Diskussionen lieferten wertvolle Denkanstöße für die weitere friedenspolitische Ausrichtung der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Dies stellte Dr. Thomas Helfen, Leiter des BMZ Referates Frieden und Sicherheit, Katastrophenrisikomanagement, im abschließenden Plenum noch einmal klar und kündigte an, den Dialog im Rahmen der BMZ-Strategieprozesse im nächsten Jahr weiterzuführen.  

Das gemeinsame Event vom Konsortium ZFD und BMZ wurde durch das Entwicklungspolitische Forum und das Sektorvorhaben Frieden und Sicherheit, Katastrophenrisikomanagement der GIZ vorbereitet und implementiert.

Weitere Informationen:

Fabian Hetz, GIZ
Fabian.hetz@giz.de  

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