17-12-2015

Die Friedensdimension der 2030 Agenda

Ohne Frieden keine nachhaltige Entwicklung – das hat die internationale Staatengemeinschaft endlich anerkannt. Sie versucht deshalb mit der 2030 Agenda, den Blick stärker auf die tiefer liegenden Ursachen der heutigen Probleme zu richten. Für die Prävention neuer Konflikte braucht es eine neue Kultur der Zusammenarbeit und ein Ende des Schubladendenkens. Zu diesem Resümee gelangt FriEnt-Referent Marc Baxmann in einem kürzlich in der Zeitschrift „politische ökologie“ erschienenen Artikel, in welchem er sich mit der Friedensdimension der 2030 Agenda auseinandersetzt.

Vor dem Hintergrund einer weltweit gestiegenen Anzahl gewaltsam ausgetragener Konflikte sowie der zunehmenden Konzentration extremer Armut in Konfliktregionen, aber auch aufgrund von Radikalisierungstendenzen und schwindendem sozialen Zusammenhalt beispielsweise in Europa sind die Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals, SDGs) auch als Reaktion auf eine komplexer, umstrittener und vernetzter werdende Welt zu verstehen. Sie bieten mit 17 Zielen und 169 Unterzielen das Potential, den entwicklungspolitischen Diskurs wieder in die richtige Richtung zu lenken, da anders als bei den Milleniumsentwicklungszielen (MDGs) die tiefer liegenden Ursachen von Armut und Ungerechtigkeit ins Zentrum rücken.

Die SDGs bieten aber kein Standardrezept für Frieden, sondern eher eine positive Vision, die tieferliegenden Ursachen der heutigen Probleme langfristig anzugehen und anstelle von Krisenreaktion Krisenprävention in den Fokus zu rücken. Darüber hinaus können lokale Akteure die 2030 Agenda als Instrument zur Einforderung von gesellschaftlichem Wandel auch gegen Widerstände nutzen.

Bei allem Lob für die 2030 Agenda benennt Marc Baxmann jedoch auch Grenzen und Gefahren bei der Umsetzung der Agenda und hebt hervor, dass Friedensförderung eine herausfordernde globale Zukunftsaufgabe ist. In diesem Zusammenhang formuliert er eine Reihe von Bausteinen für eine globale Partnerschaft zur Umsetzung von SDG 16.

Weitere Informationen

Marc Baxmann, FriEnt
marc.baxmann@frient.de


Links & Literatur

Kooperation statt Konfrontation – Die Friedensdimension der Agenda 2030
Marc Baxmann |politische ökologie 143

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