15-09-2016

Dossier Innerstaatliche Konflikte: Beitrag zu Transitional Justice von Natascha Zupan

Das Dossier Innerstaatliche Konflikte der Bundeszentrale für politische Bildung befasst sich mit der seit Mitte der 1990er Jahre zu beobachtenden Entwicklung, dass weltweit mehr und mehr innerstaatliche Konflikte mit fatalen Folgen für die Bevölkerung der betroffenen Regionen eskalieren. Natascha Zupan beleuchtet in ihrem Beitrag zum Dossier das Thema Vergangenheitsarbeit und erläutert Maßnahmen, die darauf gerichtet sind, in Diktatur und Krieg begangenes Unrecht aufzuarbeiten, anzuerkennen und zu ahnden.

Sie erläutert, dass das Konzept von „Transitional Justice“ eine Antwort auf die Frage ist, wie unter den Bedingungen von Post-Konfliktgesellschaften die juristische und gesellschaftliche Aufarbeitung der gewaltträchtigen Vergangenheit umgesetzt werden kann. Aus bisherigen Erfahrungen aus solchen schwierigen Übergangsprozessen wurde ein Set von Maßnahmen destilliert, welche unmittelbar nach Ende eines autoritären Regimes oder (Bürger)Kriegs in einer zeitlich begrenzten Transitionsphase zur Anwendung kommen sollen. Doch die Umsetzung der Theorie in Praxis ist schwierig. Meist dauert es Jahrzehnte, bis eine Kultur und Politik des Schweigens und der Straflosigkeit durch eine verantwortungsbewusste Erinnerungspolitik, Strafverfolgung und Opferentschädigung abgelöst wird. Natascha Zupan leitet daraus die Forderung an internationale Akteure, darunter auch Deutschland, ab, ihre eigenen Erfahrungen mit gewaltträchtiger Vergangenheit nicht nur selbstkritisch zu reflektieren, sondern auch ihre Arbeit in den betroffenen Post-Konfliktgesellschaften deutlich konzeptioneller und langfristiger auszurichten.

Weitere Informationen:

Natascha Zupan, FriEnt
natascha.zupan@frient.de

Links und Literatur:

BpB: Dossier Innerstaatliche Konflikte

BpB: Vergangenheitsarbeit

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