30-09-2019

FES | Ein tödliches Paradox prägt internationale sicherheitspolitische Entscheidungen

Interventionen im Namen von Sicherheit und Stabilität führen häufig dazu, dass die betroffenen Regionen noch unsicherer werden und Gewaltspiralen weiter eskalieren. Trotzdem reagieren viele Regierungen nicht darauf, indem sie ihre Strategie ändern und die zugrundeliegenden Probleme angehen. Stattdessen investieren sie noch stärker in Mauern, Grenzschutz, militärische Ausbildungs- und Ausstattungsprogramme und führen Kriege aus der Ferne. Die Ängste und Perspektiven der vor Ort lebenden Menschen spielen bei den Entscheidungen der intervenierenden Staaten oftmals keine Rolle. Vor diesem Hintergrund initiierte die Friedrich-Ebert-Stiftung im Juni in Berlin gemeinsam mit den international renommierten Think Tanks Saferworld und Rethinking Security ein internationales Treffen von Nichtregierungsorganisationen, die sich für Frieden und Menschenrechte einsetzen. Was sie verbindet, ist eine zentrale Frage: Wie kann die Zivilgesellschaft Alternativen zur gegenwärtigen sicherheitspolitischen Praxis fördern? Unter den rund 50 Teilnehmenden waren sowohl kritische Stimmen aus Ländern, die am stärksten von den aktuellen Entwicklungen betroffen sind, darunter Afghanistan, Irak, Libyen, Mali, die Philippinen, Somalia, Syrien, Tunesien und Jemen, als auch Organisationen, die in westlichen sicherheitspolitischen Entscheidungszentren arbeiten, etwa Washington, New York, London, Berlin und Brüssel. Alle Teilnehmenden waren sich einig: Es braucht langfristige Vernetzung über die unterschiedlichen Länder und Konflikte hinweg und eine gemeinsame Strategie. So führte das Auftakttreffen in Berlin zur Initiierung eines losen internationalen Netzwerks, deren Aktivitäten in den kommenden Jahren auch künftig von der FES unterstützt werden sollen.

Mehr über die Hintergründe des Projektes finden Sie unter: https://www.fes.de/themenportal-die-welt-gerecht-gestalten/frieden-und-sicherheit/artikel-in-frieden-und-sicherheit/die-echokammer-der-internationalen-sicherheitspoliti

Weitere Informationen: 

Konstantin Bärwaldt, FES/FriEnt
konstantin.baerwaldt@fes.de

Kategorie
, ,