30-06-2014

FriEnt auf der Jahreskonferenz der Alliance for Peacebuilding

Ende Mai fand in Washington DC die Jahreskonferenz der Alliance for Peacebuilding statt. Auf Einladung der Direktorin Melanie Greenberg berichtete FriEnt von den Erfahrungen staatlich-zivilgesellschaftlicher Zusammenarbeit an der Schnittstelle von Frieden und Entwicklung und stieß dabei bei den Teilnehmenden auf großes Interesse.

Eine ganze Reihe von Trends, aktuellen Themen und Herausforderungen wurde bei der dreitägigen Konferenz diskutiert. Das Spektrum des ersten Tages, der in Kooperation mit dem United States Institute for Peace (USIP) stattfand, reichte von Komplexitätsfragen über Diplomatie und Peacekeeping in Afrika bis zu den Herausforderungen zunehmender urbaner Gewalt sowie Chancen und Risiken neuer technologischer Möglichkeiten. Weitere Themen im Verlauf der Konferenz waren unter anderem Wirkungsbeobachtung und Lernen, Arbeiten in fragilen Staaten und die Rolle des Privatsektors.

Bei aller Themenvielfalt blieben drei zentrale Ergebnisse haften:

  1. Die schwache Wirtschafts- und Haushaltslage und das neue Selbstbewusstsein Russlands und Chinas haben in den USA die Auseinandersetzung über die strategischen Prioritäten in der Außen- und Sicherheitspolitik angeheizt. In dieser komplexen Lage suchen die USA nach ihrer neuen weltpolitischen Rolle zur Bearbeitung globaler Herausforderungen.
  2. In diesem Suchprozess wollen die Mitglieder der Alliance for Peacebuilding eine aktivere Rolle spielen. In diesem Zusammenhang wurde ein deutlicher Bedarf darin gesehen, die eigenen Erfolge und Ansätze klarer und überzeugender gegenüber Medien und Öffentlichkeit darzustellen. Dabei dürften Friedensorganisationen auch nicht davor zurückschrecken, von erfolgreichen Marketingstrategien von Unternehmen zu lernen. Gerade im Engagement mit politischen Entscheidungsträgern im Kongress oder in der US-Regierung sei es aber auch notwendig, auf Grundlage von messbarer Wirkung zu argumentieren.
  3. Hier sahen die Teilnehmenden gleichzeitig die Notwendigkeit, den Wirkungsdiskurs kritisch zu begleiten, und auf die Berücksichtigung der speziellen Anforderungen im Bereich Friedensförderung hinzuwirken. Die Rechenschaftspflicht gegenüber der lokalen Bevölkerung müsse gestärkt und neue Formen der Verknüpfung von Datenerhebung und kooperativer Friedensarbeit ausprobiert werden. Mehr Chancen als Risiken identifizierten die Teilnehmenden dabei im Bereich der sozialen Medien und neuen technologischen Möglichkeiten („Big Data“).
Kategorie
, , ,