26-10-2017

GIZ | Handreichung zu Landkonfliktanalyse, -lösung und -prävention

Die Verteilung und der Zugang zu Land ist in vielen Fällen Auslöser von Konflikten, sowohl zwischen Individuen als auch Interessengruppen, Wirtschaftsakteuren oder ganzen Staaten. Ob ein Konflikt um Land konstruktiv gelöst wird oder einen destruktiven, eventuell sogar gewaltsamen Verlauf nimmt, hängt von verschieden Faktoren ab. Häufig bilden starke Abhängigkeiten vom Zugang zu Land, asymmetrische Machtverhältnisse und fehlende Rechtsstaatlichkeit einen Kontext, in dem Landkonflikte einen gewaltsamen Verlauf nehmen und z.B. zu unfreiwilliger Umsiedlung ohne adäquate Kompensation, Vertreibung, Verhaftung bis hin zu Mord führen.

Es ergeben sich viele unterschiedliche Formen von Landkonflikten und Konfliktverläufen, von der individuellen Ebenen des Nachbarschaftsstreites über regionale Konflikte zwischen ethnischen Gruppen bis hin zu kontrahierenden Gebietsansprüchen ganzer Staaten. In der Regel sind dabei insbesondere benachteiligte Gruppen wie Kleinbäuerinnen und Kleinbauern, indigene Gemeinschaften, Frauen, Jugendliche und ethnische Minderheiten Verlierer/innen dieser Konflikte, wodurch ihre Lebensgrundlage nicht selten gravierend beeinträchtigt wird.

Um die Rolle der Entwicklungszusammenarbeit in der Konfliktvermeidung und –lösung im Landsektor zu stärken, hat die GIZ die Handreichung „Understanding, preventing and solving land conflicts“ entwickelt. Die Autorin Babette Wehrmann beschreibt unterschiedliche Ausprägungen und Hintergründe von Landkonflikten, Analysetechniken und darauf aufbauend Methoden, wie die Land-Frage konfliktsensibel von unterschiedliche Akteuren aufgegriffen werden kann. Für die Bereiche Landkonfliktanalyse, -lösung und -prävention werden konkrete Herangehensweisen  „tools“  erläutert, die nach Handlungsfeldern, wie „Awarness raising“, „Land Administration“ oder „Legal Measures“ unterteilt sind. Zahlreiche Beispiele aus der Praxis veranschaulichen die Ausführungen. Die Handreichung richtet sich an Personen, die die Thematik der Landkonflikte in ihre praktische Arbeit strukturiert aufnehmen möchten. Ebenso ist die Veröffentlichung geeignet, um einen fachlichen Einstieg in die Thematik zu erlangen oder dient als Vorlage für Kurs- und Trainingsinhalte.

Weitere Informationen:

Matthias Hack, GIZ
matthias.hack@giz.de

Links und Literatur:

Understanding, preventing and solving land conflicts: A practical guide and toolbox
Babette Wehrmann | GIZ | 2017

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