28-06-2017

GIZ | Workshop Coping with forced migration des NICD

Vom 15.-18. Mai 2017 fand im Rahmen des internen GIZ-Fachnetzwerks Network International Cooperation in Conflicts and Disasters (NICD) ein gemeinsames Treffen der Arbeitsgruppe Mental Health and Psychosocial Support (MHPSS) und der Arbeitsgruppe Refugees, IDPs, Returnees, Host Communities (Refugees) statt. Unter der Überschrift Coping with forced migration diskutierten mehr als 70 NICD-Mitglieder aus 25 Vorhaben in 19 Ländern auf vier Kontinenten gemeinsam mit Vertreter/innen der GIZ und dem BMZ sowie deutschen Fachexpert/innen aus Wissenschaft und Praxis über Herausforderungen und Lernerfahrungen bei der Konzeption, Umsetzung und Evaluierung von Vorhaben im Bereich Flucht.

Die Diskussionen in der Arbeitsgruppe MHPSS drehten sich um konkrete Umsetzungsfragen: Wie stellen wir sicher, dass Maßnahmen zur psychosozialen Unterstützung von Flüchtlingen an den jeweiligen kulturellen Kontext angepasst sind? Wie müssen Qualitätsstandards für Trainings im Bereich MHPSS aussehen? Die Diskussion von Herausforderungen sowie Best Practices und Lessons Learned schuf die Grundlage für gemeinsames Lernen. Highlight dieses AG- Treffens war der Beitrag von Sarah Harrison vom Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) und Inter-Agency Standing Committee (IASC), die den IASC Orientierungsrahmen für Monitoring und Evaluierung von MHPSS Projekten sowie verschiedene Methoden für die Wirkungserfassung vorstellte.

Die AG Refugees widmete sich den Themen Integration und Reintegration und reiste thematisch in zweieinhalb Tagen einmal um die Welt. Was bedeutet sozialer Zusammenhalt in unterschiedlichen Kontexten wie Ruanda, der Türkei und dem Irak? Welche Herausforderungen gibt es in der Umsetzung von Projekten im Libanon oder der Demokratischen Republik Kongo? Beispielhaft wurden Best Practices und Lessons Learned vorgestellt: Während der Zivile Friedensdienst der GIZ in Ruanda daran arbeitet, Flüchtlinge verstärkt in die Planung von Aktivitäten einzubinden, wird in Jordanien versucht, mit Hilfe von religiösen Führern Brücken zwischen den Gemeinschaften zu bauen und soziale Kohäsion zu stärken. Deutlich wurde nicht zuletzt in der Diskussion mit Heidrun Bohnet (BICC) und Gregor Barié (Deutsche Welle Akademie), dass (Re)Integrationsprozesse langfristig angegangen werden müssen und besonders auch Jugendliche eine wichtige Zielgruppe der Projekte sein sollten.

Ein Beitrag von Julie Brethfeld, BMZ-Vertreterin bei FriEnt und Sonja Vorwerk-Halve, GIZ Vertreterin bei FriEnt, widmete sich der Schnittstelle von Friedensentwicklung und (Re-) Integration. Eine wichtige Voraussetzung sei, dass die Rückkehr ins Heimatland freiwillig und menschenwürdig erfolge. Die Komplexität in diesen Zusammenhang werde dadurch erhöht, dass individuelle Erfahrungen und unterschiedliche Perspektiven Reintegrationsprozesse beeinflussen. Dazu zählen sowohl die Erfahrungen der Geflüchteten und Zurückgebliebenen und die Ausgangssituation vor Ausbruch der Krise, die Erfahrungen während der Flucht, des Aufenthalts im Aufnahmeland bzw. im Heimatland der Zurückgebliebenen sowie die Veränderungen, die mit der Nachkriegssituation einhergingen und für unterschiedliche Bevölkerungsgruppen verschiedene Auswirkungen mit sich brachten. So können sich zum Beispiel Normen und Gebräuche über diese Zeit verändern und bei einer Rückkehr die Fronten zwischen den „Gebliebenen“ und den „Geflohenen“ verhärten. Friedensfördernde Begleitmaßnahmen bei Rückkehr- und Reintegrationsprozessen sind essentiell und weitreichend und können vertrauensbildende Maßnahmen und Wiedergutmachung ebenso wie psychosoziale Unterstützung oder politische Teilhabe umfassen.

Weitere Informationen:

Anna Scherer, GIZ
anna.scherer@giz.de

Sonja Vorwerk-Halve, FriEnt/GIZ
sonja.vorwerk-halve@frient.de

Links und Literatur:

Sozialer Zusammenhalt und Integration. Vorstellung von Methoden der Prävention und Konfliktbearbeitung in der Entwicklungszusammenarbeit als möglicher Beitrag zur Integration von Geflüchteten
GIZ | 2016

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