27-04-2017

IEP-Studie: Jeder Dollar für Friedensförderung spart später 16 Dollar

Weltweit geht nur ein relativ kleiner Anteil der offiziellen Entwicklungshilfeausgaben an Peacebuilding Maßnahmen. Umso wichtiger ist es, diese wenigen Mittel effizient einzusetzen. Das Institute for Economics and Peace (IEP) berichtet in seiner neuesten Studie über Kosten-Nutzen-Analysen von Peacebuilding Maßnahmen – ein noch wenig erforschter Bereich.

Breit angelegte Kosten-Nutzen-Analysen von Peacebuilding Maßnahmen benötigen einheitliche Definitionen. Oft ist unklar, wo die Grenzen zwischen Peacebuilding, Statebuilding und Entwicklungszusammenarbeit verlaufen. Aus diesem Grund beginnt die Studie mit einem ausführlichen Definitionskapitel. Darauf aufbauend berechnet und untersucht das IEP erstmalig die globalen Ausgaben für Peacebuilding zwischen 2002 und 2013. Ausgehend von diesen Berechnungen stellt die Studie eine ungleiche geographische und thematische Verteilung der globalen Ausgaben fest. Demnach waren die Hauptempfänger von Geber-finanziertem Peacebuilding Afghanistan und Irak, weitere fragile und von Konflikten betroffene Staaten erhielten dagegen marginale Unterstützungen. Zudem gingen fast 50 Prozent aller globalen Peacebuilding Ausgaben an die Maßnahmen-Kategorien Rechtsentwicklung und Verwaltungsmanagement.

Das IEP zeigt am Fallbeispiel Ruanda, wie hoch Peacebuilding Ausgaben im Durchschnitt sein müssten, um bewaffnete Konflikte zu reduzieren und Frieden zu fördern. Das Institut nimmt an, dass sich das Gewaltniveau in einem Land mit Konfliktkontext ohne Peacebuilding Maßnahmen erhöhen würde und ein größeres Ausgaben-Niveau den positiven Nutzen der Ausgaben zur Herstellung von Frieden steigert. Das Fallbeispiel Ruanda bestätigt diese Annahmen. An Ruanda wird verdeutlicht, dass das Verhältnis von Kosten und Nutzen von Peacebuilding 1:16 ist. Dies bedeutet, dass ab einem bestimmten Ausgaben-Niveau für jeden US-Dollar, der in Peacebuilding Maßnahmen investiert wird, die Kosten eines Konflikts um 16 US-Dollar langfristig reduziert werden können.

Im Vergleich zu den globalen Ausgaben für Peacebuilding Maßnahmen wird deutlich, dass sich das aktuelle globale Ausgaben-Niveau verdoppeln müsste, um das angestrebte Niveau zu erreichen. Die Friedensdividende bzw. die positiven Effekte, die durch erhöhte Peacebuilding Ausgaben der internationalen Gemeinschaft erzielt werden könnten, wären jedoch enorm hoch.

Welche Peacebuilding Maßnahmen einen besonders hohen Kosten-Nutzen-Vorteil bringen, bedarf weiterer langfristiger und kostenintensiver Datenerhebungen. Neben der Hauptempfehlung, Ausgaben für Peacebuilding Maßnahmen in fragilen Staaten zu erhöhen, rät das IEP dazu, zukünftig deutlich mehr Forschungsgelder für die Untersuchung der Kosten-Effektivität von Peacebuilding Maßnahmen bereit zu stellen.

Links und Literatur:

Measuring Peacebuilding Cost-Effectiveness
Institute of Economics & Peace | März 2017

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