27-10-2017

Konsortium ZFD | Voneinander lernen: 1. Internationaler Fachaustausch des ZFD

Vom 15. bis zum 20. Oktober fand in Berlin der erste internationale Fachaustausch des Zivilen Friedensdienstes statt.

Die fünftägige Veranstaltung stand unter dem Motto „Vergangenheitsarbeit – Unterschiede und gemeinsame Grundlagen in der weltweiten Arbeit des ZFD“. Unter den vierzig Teilnehmenden waren Expert/innen aus ZFD-Partnerorganisationen und internationale Fachkräfte des ZFD, die sich im Bereich der Vergangenheitsarbeit engagieren.

Wie können die Gräuel der Vergangenheit aufgearbeitet werden? Wie kann der Opfer gedacht werden? Wie können Menschen, die traumatisiert sind, wieder Vertrauen fassen? Wie können Menschen wieder zusammenleben, die zuvor aufeinander geschossen haben?

All dies sind Fragen, die wir uns im Rahmen der Vergangenheitsarbeit stellen müssen, um Gegenwart und Zukunft friedvoll zu gestalten. Der Austausch diente dazu, Erfahrungen, Methoden, Herausforderungen und Erfolge aus dieser praktischen Arbeit zu diskutieren, Kontakte zu knüpfen und diese auch über Ländergrenzen hinweg zu beleben.

Die Arbeit im ZFD ist damit keine Einbahnstraße. Erst durch die gleichberechtigte Zusammenarbeit zwischen Fachkräften und lokalen Partner entstehen wirkungsvolle und praktikable Lösungsansätze. Beide Seiten lernen voneinander und geben sich gegenseitig Impulse. In gleicher Weise können Erfahrungen auch länderübergreifend von Nutzen sein.

„Besonders wichtig für die Arbeit der ZFD-Partner sind die verschiedenen Perspektiven in einer Gesellschaft auf die gewaltsame Vergangenheit und der Dialog zwischen den Generationen. Eine große Herausforderung ist dabei auch die politische Lesart der Vergangenheit in den jeweiligen Ländern“, resümiert Arne Kohls, Koordinator für das Wissensmanagement im ZFD. „Wir haben die Rückmeldung erhalten, dass die ZFD-Partner im Zivilen Friedensdienst die notwendige Flexibilität finden, um sich den kontextspezifischen Herausforderungen stellen zu können.“   

Der Fachaustausch ist ein lebendiges Beispiel des gemeinsamen weltweiten Wissensmanagements der internationalen ZFD-Fachkräfte und ihrer einheimischen Kolleginnen und Kollegen. Zu der Veranstaltung in Berlin waren Fachkräfte und Partner aus Nepal, Sri Lanka, Kambodscha, Libanon, Kolumbien, Guatemala, El Salvador, Mazedonien, Bosnien und Herzegowina, Kosovo, Ukraine und aus Burundi angereist. Das Treffen bildete den Auftakt zu einer geplanten Veranstaltungsreihe. Unterstützt wird der Austausch durch ein digitales Wissensnetz im ZFD.

Weitere Informationen:

Martina Rieken, Konsortium ZFD
rieken@ziviler-friedensdienst.org

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