01-12-2017

Misereor | Friedliches Kolumbien? Zwei Perspektiven auf die Situation des Landes - Dokumentarfilm

Ist Kolumbien auf dem Weg einer wirklichen Aussöhnung? Was ist in den letzten Monaten und Jahren passiert und was fehlt noch zu einem anhaltenden Frieden im Land? Zwei unterschiedliche Perspektiven darauf zeigt ein Dokumentarfilm, der mit Unterstützung von MISEREOR produziert wurde.

Der alte Bauer Gilberto steht in seinem Feld weit weg von der Hauptstadt Bogota und arbeitet. Es ist der Tag nach der Ablehnung der Friedensvereinbarungen per Referendum durch eine kleine Mehrheit der Kolumbianer/innen. Während Gilberto weiter das Feld bewirtschaftet entwirft er eine kluge und umfassende Analyse des Konfliktes und der Lage des Landes.

Dies ist eine Szene aus dem Kino-Film „Tage und Nächte zwischen Krieg und Frieden“. Er wurde mit Unterstützung von MISEREOR und weiteren Kooperationspartnern produziert. Der Film greift die Atmosphäre im Land in der Zeit vor dem Referendum, die Anspannung rund um das Referendum und die Phase danach auf. Es kommen Vertreter/innen der FARC-Rebellen in einem Camp zu Wort, aber auch Gewerkschafter/innen, Friedensaktivist/innen, Vertriebene, Bäuerinnen und Bauern sowie Zeitzeugen. Es ergibt sich ein Bild aus vielen Einzelteilen. Die Zuschauenden erkennen dadurch mehr von der Komplexität und den verschiedenen Sichtweisen zwischen Stadt und Land, alten Wunden und neuen Herausforderungen. Sie können noch einmal nachvollziehen, wie die Kolumbianer/innen die Tage rund um das gescheiterte Referendum über die Friedensvereinbarungen im Land erlebten. Die Kraft und der Wille von vielen Bevölkerungsgruppen zum Frieden und ihr Engagement auf den Straßen ist ebenso eindrücklich gezeigt wie die Resignation und Konfliktmüdigkeit anderer Akteure. Mittlerweile ist die Kinodokumentation vielfach ausgezeichnet.

Während der Film vor allem die Zeit vor dem Inkrafttreten des Friedensabkommens zwischen dem kolumbianischen Staat und den revolutionären Streitkräften Kolumbiens, der FARC, im Dezember 2016 einfängt, widmet sich eine gemeinsame Veranstaltung von MISEREOR, Brot für die Welt, der Heinrich-Böll-Stiftung, kolko e.V., Amnesty International und Adveniat der Frage, was seit dem Friedensabkommen in Kolumbien auf den Weg gebracht wurde. Einer relativen Stabilität im Land stehen zahlreiche Morde an Menschenrechtsaktivist/innen gegenüber und der Friedenschluss des kolumbianischen Staates mit der Rebellengruppe ELN steht weiter aus. Gemeinsam mit Paula Gaviria, Menschenrechtsbeauftragte im Präsidialamt Kolumbiens, Tom Koenigs, dem Sonderbeauftragten des Auswärtigen Amtes für den Friedensprozess in Kolumbien und den Vertreter/innen der kolumbianischen Zivilgesellschaft, Jairo Rivera und Diana Sánchez, die den Friedensprozess aktiv begleiten, wird eine Diskussion zur derzeitigen Lage und den Perspektiven für die Zukunft Kolumbiens geführt werden. Interessierte sind herzlich zu dieser öffentlichen Podiumsdiskussion am 07.12.2017 ab 18:30 Uhr in die Heinrich-Böll-Stiftung in Berlin eingeladen.

Weitere Informationen:

Jonas Wipfler, Misereor
jonas.wipfler@miseror.de

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