31-08-2018

GIZ | Frauen, Frieden, Sicherheit – Erkenntnisse aus dem BMZ-Monitoring-Bericht zum NAP II 1325

Frieden, Sicherheit und nachhaltige Entwicklung sind zentrale Anliegen der deutschen Entwicklungszusammenarbeit (EZ). Wirkungsvolle und nachhaltige Antworten auf die zentralen Herausforderungen, die sich für die Menschen daraus ergeben, brauchen die gleichberechtigte Mitwirkung von Frauen. Die Geschlechterperspektive sollte daher systematisch in allen relevanten Bereichen integriert und geschlechtsspezifische Bedarfe adressiert werden. Aufgrund bestehender Gendernormen wird Frauen beispielsweise häufig eine passive Rolle im Konfliktkontext zugeschrieben. Dabei zeigen Studien deutlich, dass eine gleichberechtigte Einbindung und Beteiligung von Frauen an Friedensprozessen zu nachhaltigeren und besseren Ergebnissen in der Prävention von Konflikten und Friedenssicherung führt – so ist z.B. die Wahrscheinlichkeit, dass ein Friedensabkommen mindestens zwei Jahre hält um 20% höher, wenn Frauen am Friedensprozess beteiligt sind.

Die Resolution 1325 des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen zu Frauen, Frieden, Sicherheit hat deswegen zum Ziel, Frauen verstärkt in alle Phasen der Krisenprävention, Konfliktbewältigung und Friedenskonsolidierung einzubeziehen und vor sexualisierter Gewalt in bewaffneten Konflikten zu schützen. Der zweite Nationale Aktionsplan der Bundesregierung zur Umsetzung der Resolution 1325 für den Zeitraum 2017 bis 2020 (NAP II 1325) präzisiert, dass dieser Schutz für Männer und Frauen, Mädchen und Jungen unabhängig von ihrer Geschlechteridentität oder sexuellen Orientierung gilt.

Der 2017 beschlossene NAP II 1325 bildet die Grundlage für die Arbeit der verschiedenen deutschen Ministerien, die vom Auswärtigen Amt koordiniert wird. Das Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) monitort die eigenen Aktivitäten im Bereich Frauen, Frieden, Sicherheit. Der diesjährige Monitoring-Bericht bietet dabei einige wichtige Erkenntnisse:

Das BMZ engagiert sich weltweit in 40 verschiedenen Ländern mit Aktivitäten zum Thema Frauen, Frieden, Sicherheit. Dabei sind nicht nur die deutschen Durchführungsorganisationen als wichtige Akteure an Aktivitäten beteiligt, sondern auch die Zivilgesellschaft, die rund ein Drittel aller Maßnahmen durchführt.

Insgesamt zeigt der Bericht das breite Spektrum der Aktivitäten des BMZ sowie Bereiche, in denen eine weitere Verstärkung des Engagements sinnvoll wäre, um bis 2020 die Erreichung der Ziele sicherzustellen. Besonders im Bereich Schutz vor sexualisierter und geschlechtsspezifischer Gewalt, sowie bei der Interessensberücksichtigung von Frauen und Mädchen bei entwicklungspolitischen Maßnahmen prüft die deutsche EZ, wie ihr Engagement weiter ausgebaut werden kann.

Der Bericht analysiert die durchgeführten Maßnahmen nicht nur, sondern benennt auch einige Good Practices. So wird z.B. die Zusammenarbeit mit Jugendlichen als Akteur*innen von sozialem Wandel positiv hervorgehoben. Des Weiteren wird etwa die Sensibilisierung für verschiedene Korruptionsformen als wichtiger Ansatzpunkt genannt, da Korruption eine wichtige Konfliktursache darstellt und bestehende Machtungleichheiten zwischen Männern und Frauen verstärken kann.

Handlungsempfehlungen für das zukünftige Engagement der deutschen EZ, die sich aus dem Bericht ableiten, umfassen unter anderem eine stärkere Berücksichtigung der Heterogenität unter Frauen und Männern: Männer sind nicht nur Gewaltakteure und Täter, sondern vielfach auch Betroffene von sexualisierter und physischer Gewalt sowie Friedensakteure; Frauen sollten insgesamt stärker als Akteurinnen für sozialen Wandel und Frieden wahrgenommen werden. Damit bleibt festzuhalten, dass gendersensible Konflikt-und Kontextanalysen von Anfang an von großer Bedeutung sind, um alle Maßnahmen der deutschen EZ in (Post-)Konflikt- und Fluchtkontexten zu mehr Wirksamkeit zu führen.

Weitere Informationen:

Stephanie Mumenthaler, GIZ
stephanie.mumenthaler(at)giz.de

Anne von Au, GIZ
anne.au(at)giz.de 

Links und Literatur:

Entwicklungspolitischer Aktionsplan zur Gleichberechtigung der Geschlechter 2016-2020

Aktionsplan der Bundesregierung  zur Umsetzung der Resolution 1325 zu Frauen, Frieden, Sicherheit des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen für den Zeitraum 2017 bis 2020

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