23-04-2019

GIZ | Selbstlernkurs zu Menschenrechten in der Entwicklungszusammenarbeit

Gemeinsam mit dem Deutschen Institut für Menschenrechte hat das GIZ-Sektorprogramm „Menschenrechte“ einen englischsprachigen „Human Rights based approach to conflict transformation“ Selbstlernkurs entwickelt.

Der Kurs richtet sich an Fachkräfte der staatlichen und nicht-staatlichen EZ, Friedensfachkräfte, Entwicklungshelfer*innen, an Vertreter*innen von NGOs und weiteren Organisationen, etwa politischen Stiftungen oder entwicklungspolitischen Think Tanks. Die im Kurs behandelten Themen sind für die politische Steuerung über die Konzeption und Umsetzung von Vorhaben bis hin zur Advocacyarbeit relevant.

Konkret befasst sich der Kurs damit, wie Menschenrechte, bspw. das Recht auf Wahrheit, das Recht auf politische Partizipation oder das Nicht-Diskriminierungsprinzip, in EZ-Programmen zu Friedensbildung und Konflikttransformation gefördert werden können. Gleichzeitig stellt er dar, wie nicht-intendierte negative Auswirkungen auf Menschenrechte vermieden werden können und beantwortet folgende Fragen:

Was kann getan werden, um sicherzustellen, dass Programme der EZ Menschenrechte nicht verletzen, z.B., wenn Infrastrukturmaßnahmen Umsiedlungen nach sich ziehen oder Friedensverträge umfassende Amnestiegesetze umfassen? Wie können inklusive Planungsprozesse genutzt werden, um Menschenrechte voranzubringen? Welche Fragen sollten bei einer konfliktsensiblen menschenrechtlichen Risikoanalyse, die Do-No-Harm-Kriterien entspricht, gestellt werden? Wie unterscheiden sich menschenrechtliche Herausforderungen von Sektor zu Sektor oder in friedlichen gegenüber konfliktbetroffenen Kontexten?

Dabei macht der Kurs menschenrechtliche Konzepte wie „duty bearers“ oder „rights holders“ anwendbar für die EZ-Praxis. Er führt außerdem in menschenrechtliche Vorgaben ein, wie sie im Sozial- oder Zivilpakt oder in unterschiedlichen Konventionen, etwa der Behinderten- oder Kinderrechtskonvention, ausdefiniert sind und erläutert den Nutzen regionaler Menschenrechtsinstrumente.

Der Kurs ist modular aufgebaut und bietet Teilnehmenden die Möglichkeit, Module je nach Interesse auch einzeln zu bearbeiten. Das Einführungsmodul „Menschenrechte in der Entwicklungszusammenarbeit“ erläutert relevante Rahmenwerke und menschenrechtliche Quellen in umfassender Weise, um es Teilnehmenden zu ermöglichen, Menschenrechtsbezüge der eigenen Arbeit zu identifizieren. Durch abwechslungsreiche digitale E-Learning Methoden und Fallbeispiele, u.a. aus Kenia, Kambodscha, Kolumbien und Indien, werden speziell Fachkräfte der EZ darin unterstützt, Menschenrechtsaspekte in die eigene Arbeit zu integrieren und den Menschenrechtsansatz für ihre Sektorschwerpunkte anzuwenden. Neben dem spezifischen Kurs zum Menschenrechtsansatz in der Konflikttransformation können weitere sektorspezifische Module zu ländlicher Entwicklung und nachhaltiger Wirtschafsentwicklung/Ressourcennutzung bearbeitet werden.

Für die Bearbeitung des Einführungsmoduls sind ca. 1,5 Stunden und für die drei Schwerpunktmodule 3 Stunden Zeit erforderlich. Die einzelnen Module enthalten jeweils kleine Tests und Aufgaben, anhand derer der Lernfortschritt überprüft werden kann. Nach erfolgreicher Teilnahme wird ein personalisiertes Teilnahmezertifikat ausgestellt.

Für den Onlinekurs fallen keinerlei Kosten an und nach einer kurzen Registrierung unter www.humanrights4dev.org kann sofort mit dem Kurs begonnen werden. Die technische Umsetzung des Kurses ist barrierearm gestaltet. Fragen oder Anmerkungen nimmt das Sektorprogramm „Menschenrechte“ gerne unter sv-menschenrechte@giz.de entgegen.

Weitere Informationen:

Viola Bölscher, GIZ
Viola.boelscher(at)giz.de

Links und Literatur:

Self-paced E-learning Course: Human Rights in Development Cooperation

 

 

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