25-10-2018

Konsortium ZFD | Internationaler Fachaustausch des ZFD zur Friedenspädagogik

Friedenspädagogik ist eines der zentralen Themen im Zivilen Friedensdienst. „In den verschiedenen Ländern versuchen Partnerorganisationen durch ihre friedenspädagogische Arbeit in Schulen, Universitäten und in der Jugendarbeit Lernräume für gewaltfreie Konfliktbearbeitung als Basis für gesellschaftlichen Wandel zu schaffen. Sie werden darin durch Fachkräfte des ZFD unterstützt“, erläutert Arne Kohls, Koordinator für Wissensmanagement beim Konsortium Ziviler Friedensdienst, den Stellenwert des Themas.

Vom 30. September bis 4. Oktober 2018 fand der zweite internationale Fachaustausch des Zivilen Friedensdienstes statt. Inhaltlich ging es bei der viertägigen Veranstaltung um das Thema „Friedenspädagogik im Zivilen Friedensdienst“. Mehr als 30 Fachkräfte des ZFD und seiner Partnerorganisationen aus 16 Ländern, darunter Guinea-Bissau, Bolivien und Philippinen, waren dazu ins beschauliche Neudietendorf bei Erfurt gereist.

Die Teilnehmenden trugen unterschiedliche Arbeitsansätze zur friedenspädagogischen Arbeit zusammen und diskutierten darüber, welche Beiträge sie damit zur Friedensförderung in ihren Ländern leisten. „Mit dem Fachaustausch wollen wir auch die konkrete Rolle des ZFD reflektieren“, sagt Kohls. „Wie unterstützt der ZFD die friedenspädagogische Arbeit der Partnerorganisationen konkret in den einzelnen Ländern, und was wäre nötig, um diese Unterstützung noch zu verbessern?“

Ziel der Veranstaltung war es, wesentliche Erfolgsfaktoren herauszuarbeiten und unterschiedliche Herausforderungen und Methoden zur Friedenserziehung auszutauschen. „Der Fachaustausch ermöglicht uns nicht nur persönliche Begegnungen, sondern auch das kollegiale Voneinanderlernen. Wir hoffen, dass sich länderübergreifend Beziehungen aufbauen und die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auch nach der Veranstaltung im Austausch stehen“, so Kohls.

Die Teilnehmenden aus den Partnerorganisationen reisten teilweise mit konkreten Erwartungen an: „Von meiner Kollegin aus Bosnien-Herzegowina möchte ich gern mehr darüber erfahren, welche Bildungsinhalte Eingang in die Curricula der Friedenserziehung gefunden haben, die sie dort in Zusammenarbeit mit dem Bildungsministerium entwickelt haben. Mich interessiert auch, welche Phasen durchlaufen wurden, um Friedensbildung im formalen Bildungsbereich zu etablieren“, sagt Clarisse Lakoandé aus Burkina Faso.

Im Rahmen der Veranstaltung fand auch ein Ausflug nach Halle an der Saale statt. Beim dortigen „Friedenskreis Halle“ lernten die Teilnehmenden beispielhaft friedenspädagogische Arbeit in Deutschland kennen. Gemeinsam mit den hallischen Friedenskräften wurden Ähnlichkeiten und Unterschiede zur eigenen Arbeit diskutiert. Dass dieser Austausch für alle ein Gewinn ist, zeigte sich beispielsweise bei der Projektvorstellung „Gewaltfrei Streiten!“. Das Projekt verfolgt das Ziel, in einem Stadtteil von Halle und einer Gemeinde in Sachsen-Anhalt ein konstruktives Miteinander in Vielfalt zu fördern. Dabei zeigte sich, dass auch die friedenspädagogische Arbeit in Deutschland angesichts zunehmender Polarisierung vor großen Herausforderungen steht. Dazu bemerkte ein Teilnehmer aus Mali: „Deutschland war immer ein Rollenmodell für mich. Nachdem, was ich heute erfahren habe, gibt es auch hier nicht immer nur Antworten. Vielleicht können wir dabei unterstützen, Antworten zu finden."


Weitere Informationen

Arne Kohls, Konsortium ZFD
kohls(at)ziviler-friedensdienst.org

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