02-12-2015

Psychosoziale Unterstützung und Friedensförderung

Im Mai 2015 organisierten das südafrikanische „Institute for Justice and Reconciliation“ und die niederländische „War Trauma Foundation“ eine internationale Konferenz, welche den Zusammenhang zwischen psychosozialen Bedürfnissen und Friedensförderung in post-Konflikt-Situationen in den Blick nahm. Ziel der Konferenz war es, Akteure aus der Praxis, die von ihren Lernerfahrungen und Herausforderungen in der Friedensförderung berichten konnten, und WissenschaftlerInnen, die den Stand der akademischen Diskussion einbringen konnten, zusammenzubringen. Nun legten die Organisatoren den Konferenzbericht mit dem Titel „Healing Communities, Transforming Society“ vor.

Der Bericht gibt eine Reihe von Begriffsdefinitionen wieder, welche als Grundlage der Diskussionen während der Konferenz dienten. Darunter fallen beispielsweise voneinander zu unterscheidende Formen von Gewalt und Trauma sowie die Begriffskomposition mentale Gesundheit und psychosoziale Unterstützung („mental health and psychosocial support“, MHPPS), aber auch Schlüsselbegriffe der Transitional Justice wie Versöhnung („reconciliation“) und sozialer Wandel („social transformation“). Damit liefert der Bericht einen Überblick wich-tiger Begriffe, die sowohl bei der Arbeit im Bereich Transitional Justice als auch bei der Einarbeitung in das Themenfeld hilfreich sein können, wenngleich die angeführten Definitionen nicht unumstritten sind.

Darüber hinaus beschreibt der Bericht ein sogenanntes „socio-ecological model“. Hierbei stehen verbesserte sektorübergreifende Koordination und Kooperation, beispielsweise zwischen Akteuren der Friedensförderung und der psychosozialen Unterstützung, und die Berücksichtigung des gesamten Entwicklungskontextes im Mittelpunkt. Das Modell bietet damit einen umfassenden, flexiblen Rahmen zur Einordnung und Planung von Aktivi-täten der Friedensförderungen sowie Maßnahmen im Bereich der mentalen Gesundheit und psychosozialen Unterstützung unter Berücksichtigung des gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, politischen und historischen Kon-texts. Es stellt dabei den individuellen Menschen in den Mittelpunkt, der in der Lage ist, Lösungsstrategien und Resilienzen zu entwickeln und – wenngleich unterschiedlich gut und mit variierendem Unterstützungsbedarf durch externe Akteure – mit Herausforderungen umzugehen. Darüber hinaus verdeutlicht es, dass Aktivitäten nicht nur auf einer gesellschaftlichen Ebene wirken, die Wirkungen nicht linear sind und sowohl intendierte als auch unerwünschte Effekte haben können. All dies gelte es zu berücksichtigen.

Zum Schluss verweist der Bericht auf zwei Webseiten („online tools“), welche für die weitere Auseinandersetzung mit dem Konferenzthema genutzt werden können. Hier stehen unter anderem Hintergrundpräsentationen und Videomitschnitte der Konferenz zum Download zur Verfügung.

Healing Communities, Transforming Society Institute for Justice and Reconciliation, War Trauma Foundation | September 2015

Präsentationen und Videomitschnitte der Konferenz

Onlinetool: MHPSS Network

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