30-11-2016

States of Fragility Report 2016: Neues Modell zum Monitoring unterschiedlicher Dimensionen von Fragilität

Die „States of Fragility“-Berichte der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) bieten seit 2005 jährlich nicht nur einen Überblick über Gelder der öffentlichen Entwicklungszusammenarbeit („official development assistance“, ODA) an fragile Staaten, sondern zeichnen darüber hinaus ein Bild von den spezifischen Herausforderungen der Entwicklungszusammenarbeit (EZ) mit fragilen und von gewaltsamen Konflikten geprägten Ländern. Intention der Berichte ist es, die Aufmerksamkeit von Gebern auf eben jene Staaten zu lenken und Arbeitsansätze zu fördern und zu entwickeln, die den Herausforderungen von Fragilität besser Rechnung tragen. Zuletzt widmeten sich die Reports jeweils einem Schwerpunktthema. Der am 30. September offiziell vorgestellte diesjährige Bericht “States of Fragility 2016: Understanding Violence” stellt aktuelle Diskurse über Gewalt dar und präsentiert zudem ein neues risiko-basiertes Modell zum Monitoring unterschiedlicher Dimensionen von Fragilität („risk-based approach to monitoring the dimensions of fragility“).

Zunächst werden zehn wesentliche Entwicklungen beschrieben, die die verschiedenen Formen von Gewalt beleuchten. Zu diesen Entwicklungen zählen die Autoren unter anderem, dass Gewalt immer mehr von innenpolitischer Instabilität geprägt ist, dass die Zivilbevölkerung, vor allem Frauen und Kinder, am schlimmsten unter Gewalt zu leiden haben, dass Gewalt vor allem in urbanen Räumen „zur Norm“ geworden ist und dass die Kosten, die durch Gewalt entstehen, sowohl in von Konflikten betroffenen Staaten als auch in anderen Ländern immens sind. Die identifizierten Entwicklungen sind nicht wirklich neu oder unbekannt. Sie finden aber bislang im Kontext der EZ in fragilen Staaten nicht ausreichend Beachtung, so die Autoren des Reports.

Um der Komplexität von Gewalt und Fragilität besser Rechnung tragen zu können, unterscheidet der Report anhand eines Modells zwischen Fragilität im politischen, gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, ökologischen sowie im Sicherheitsbereich. Das Modell soll dabei helfen, Staaten nicht pauschal als fragil zu kategorisieren, sondern die jeweiligen länderspezifischen Risiken und Herausforderungen in den unterschiedlichen Dimensionen zu identifizieren.

Weitere Informationen:

Marc Baxmann, FriEnt
marc.baxmann@frient.de

Links und Literatur:

Report: States of Fragility 2016

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