23-05-2017

Was ist die Basis für staatliche Legitimität im Südsudan?

Staatliche Legitimität kann durch effektive Dienstleistungen für die Bevölkerung gestärkt werden. Auf dieser Annahme gründen viele Programme in fragilen Ländern. Der Südsudan bildet hier keine Ausnahme. Ein Großteil des internationalen Engagements floss in den Aufbau staatlicher Institutionen und Infrastruktur. Doch so einfach ist der Zusammenhang zwischen Dienstleistung und Legitimität nicht herzustellen, wie die Studie „Statebuilding and legitimacy – experiences of South Sudan“ des Feinstein International Center feststellt. Vielmehr ließe sich (De-)Legitimität über historisch gewachsene staatliche Strukturen und Beziehungsstrukturen innerhalb der Bevölkerung sowie zwischen Staat und Zivilgesellschaft festmachen.

Der im Frühjahr 2017 veröffentlichte Bericht betrachtet die Wahrnehmung staatlicher Legitimität durch die südsudanesische Bevölkerung von 1983 bis heute und stellt sich folgende Fragen:

  • Welches Gedankengut, welche Ideologien und Handlungen haben politische Führer der SPLM/ A (Sudanese People Liberation Movement/ Army) während des Konflikts gesetzt, um die Legitimität des Staates herauszufordern und die Öffentlichkeit zu mobilisieren?

  • Wie haben diese Ideologien und Handlungen die Legitimität der Regierung und der staatlichen Strukturen in der post-Konflikt Phase (ab 2005) beeinflusst?

  • Welche Fokusthemen, um Legitimität im Süd Sudan zu erlangen, lassen sich heraus kristallisieren?

Es wird deutlich, dass es nicht die Art und Weise des Zugangs zu Dienstleistungen ist, die die Bevölkerung darin beeinflusst, für wie legitim sie staatliche Strukturen halten. Die Herstellung von Sicherheit und die Beendigung langanhaltender bewaffneter Konflikte stellen wesentlich stärkere Einflussfaktoren da, um als legitime Staatsstruktur wahrgenommen zu werden.

Weitere Informationen:

Statebuilding and legitimacy. Experiences of South Sudan
Feinstein International Center | Mai 2017

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