15-09-2016

Dossier Innerstaatliche Konflikte: Konfliktporträt Kenia von Angelika Spelten

Das Dossier Innerstaatliche Konflikte der Bundeszentrale für politische Bildung befasst sich mit der seit Mitte der 1990er Jahre zu beobachtenden Entwicklung, dass weltweit mehr und mehr innerstaatliche Konflikte mit fatalen Folgen für die Bevölkerung der betroffenen Regionen eskalieren. Angelika Spelten blickt in einem Beitrag zu Kenia auf die aktuelle Situation in dem ostafrikanischen Land sowie auf Bearbeitungs- und Lösungsansätze für bestehende Konfliktlinien.

In Kenia belasten die Vorbereitungen auf die Präsidentschaftswahlen im August 2017 das politische Klima. Terrorangriffe der somalischen al-Shabaab-Miliz und Anti-Terrormaßnahmen der Regierung führen zu drastischen Menschenrechtsverletzungen, befeuern die Spannungen zwischen Regierung und muslimischen Bevölkerungsgruppen und verstärken das Misstrauen gegenüber den Sicherheitskräften. Nachdem bereits Ende 2007 die gescheiterten Präsidentschaftswahlen landesweit massive Gewalteskalationen ausgelöst hatten, unterstützte die internationale Gemeinschaft einen Vermittlungsprozess zwischen den verfeindeten politischen Lagern und einen nationalen Versöhnungsprozess, der Wege zur langfristigen Friedensstabilisierung aufzeigen sollte. Ein Meilenstein in diesem Prozess war die Ausarbeitung einer neuen Verfassung, die 2010 in einem Referendum angenommen wurde. Dennoch kommt Angelika Spelten zu dem Fazit, dass Konfliktlösungsansätze, die die neue Verfassung bietet, bislang kam genutzt werden. Anstelle einer Abmilderung innergesellschaftlicher Verteilungskonflikte zeichne sich eine Zuspitzung sozialer Ungleichheiten und Rivalitäten zwischen den gesellschaftlichen Lagern um einflussreiche politische Posten ab.

Weitere Informationen:

Angelika Spelten, FriEnt
angelika.spelten@frient.de

Links und Literatur:

BpB: Dossier Innerstaatliche Konflikte

BpB: Konfliktporträt Kenia

Kategorie