15-09-2016

ZIF/IMSD: Unterstützung des Auswärtigen Amtes beim Ausbau der eigenen Mediationsfähigkeiten

Als ein Ergebnis des Prozesses "Review 2014 - Außenpolitik weiter denken" wurde innerhalb des Auswärtigen Amtes Anfang 2015 die Abteilung Krisenprävention, Stabilisierung und Konfliktnachsorge neu geschaffen. In dieser Abteilung ist auch das Thema Friedensmediation angesiedelt, das im Rahmen der vorsorgenden Außenpolitik zunehmend an Bedeutung gewinnt. Da die Bundesregierung Mediation als nachhaltiges Instrument der Konfliktlösung anerkennt, engagiert sich das Auswärtige Amt mit nationalen und internationalen Partnern zusammen in diesem Themenkomplex und widmet sich nun verstärkt dem Ausbau der eigenen Mediationskapazitäten.

Hier arbeitet das Auswärtige Amt seit 2013 erfolgreich mit der Initiative Mediation Support Deutschland (IMSD), bestehend aus der Berghof Foundation, dem CSSP – Berlin Center for Integrative Mediation, dem Center for Peace Mediation der Universität Viadrina Frankfurt/Oder, inmedio Berlin und dem ZIF zusammen. Neben der gemeinsamen Ausrichtung von mittlerweile zwei Konferenzen und eines Expertenworkshops zum Thema Friedensmediation, unterstützen die in der IMSD zusammengeschlossenen Organisationen den Ausbau der Mediationsfähigkeiten des Auswärtigen Amts, deren Wichtigkeit gerade wieder von Außenminister Steinmeier in einer Rede anlässlich der Botschafterkonferenz 2016 betont wurde.

Im Laufe dieses Jahres konnten gemeinsam unterschiedliche Fortbildungsformate eingeführt und umgesetzt werden. So ist seit diesem Jahr ein Modul zu Grundlagen von Mediation und Mediation Support Teil der Attachéausbildung für den Höheren Auswärtigen Dienst. Außerdem wurde ein Pilottraining zu Friedensmediation für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der deutschen und schweizerischen Außenämter auf mid-career Level durchgeführt. Diese Weiterbildung wurde gemeinsam mit swisspeace und der ETH Zürich ausgerichtet und unterstreicht die enge Kooperation der beiden Länder bei diesem Thema.

Schlussendlich veranstaltete die Abteilung S zusammen mit dem ZIF ein zwei-tägiges Peer Coaching Mediation. Hier trafen 15 deutsche Botschafterinnen und Botschafter in Krisenländern sowie Direktorinnen und Direktoren aus dem Auswärtigen Amt auf fünf namhafte internationale Friedensmediatorinnen und -mediatoren aus Europa, den USA, Afrika und Australien. Unter der Führung des ehemaligen finnischen Präsidenten und Friedensnobelpreisträgers, Marti Ahtisaari, tauschten sich die Anwesenden zu Mediationsprozessen und -erfahrungen auf der ganzen Welt, von Aceh, über Syrien bis zum Kosovo, aus. Daneben erhielten die deutschen Teilnehmenden individuelle Coaching Termine mit den internationalen Expertinnen und Experten.

Somit wurde damit begonnen, das Thema Friedensmediation und Mediation Support auf unterschiedlichen Ebenen des Auswärtigen Amts stärker zu verankern. Ähnliche Veranstaltungen sollen in Zukunft regelmäßig stattfinden, um dem von der Leitung des Auswärtigen Amts vorgegebenen Anspruch, die eigenen Mediationsfähigkeiten auszubauen, nachzukommen.

Weitere Informationen:

Sebastian Dworack, ZIF
s.dworack@zif-berlin.org

Links und Literatur:

Initiative Mediation Support Deutschland

Auswärtiges Amt: Friedensmediation und Mediation Support

Abteilung S: Krisenprävention, Stabilisierung und Konfliktnachsorge

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