27-04-2017

Global Report on Food Crisis 2017: Konflikte sind eine Hauptursache von Hungersnöten

Im Jahr 2015 lebten 80 Millionen Menschen weltweit in der Unsicherheit, sich nicht ausreichend ernähren zu können. In nur einem Jahr ist diese Zahl um 35 Prozent gestiegen: 2016 waren es schon 108 Millionen Menschen, die betroffen waren oder bereits in Hungersnot lebten. Im „Global Report on Food Crisis 2017“ werden betroffene Länder und Regionen analysiert und sich für ein effektives, globales Frühwarnsystem ausgesprochen. Ziel ist es, einen jährlichen Prozess zu etablieren, in dem Analysen zu Nahrungsunsicherheit in einem globalen Jahresbericht der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden. Mit Hilfe dieser Informationen können humanitäre Ressourcen sinnvoll verteilt werden. Weil die bisher erhobenen Daten schwer vergleichbar sind, steht dieses Vorhaben jedoch vor Herausforderungen.

Deshalb haben die Europäische Union, das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) und die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) ihre Analysen gebündelt und gemeinsam mit anderen Organisationen unter dem Schirm des „Food Security Information Network“ (FSIN) den ersten globalen Bericht zu Nahrungskrisen entwickelt.

Der Bericht kategorisiert Nahrungskrisen in fünf verschiedenen Phasen. Menschen, die in Regionen leben, in denen die Phasen drei bis fünf, Krise (III), Notsituation (IV) und Hungernot/Katastrophe (V), vorherrschen, werden als gefährdet eingestuft. Zunächst wird ein globaler Überblick von Regionen und Ländern gegeben, die sich in Phase drei und höher befinden. Hauptfaktoren und Katalysatoren von Nahrungsunsicherheit und Hungersnöten sind Konflikte, Naturkatastrophen und hohe Nahrungsmittelpreise. Weitere Kapitel stellen detaillierte Analysen zu Ländern und Regionen vor, in denen Konflikte die Nahrungssicherheit der Bevölkerung beeinflussen. In solchen Regionen führt der mangelnde Zugang zu Nahrung und sauberem Wasser in Verbindung mit unzureichender medizinischer Versorgung zu Unterernährung ganzer Bevölkerungsgruppen. Die durch Konflikte ausgelöste Vertreibung von Menschen verschlimmert und verlängert Nahrungsunsicherheiten auch in solchen Regionen, die Geflüchtete aufnehmen. 2016 war die syrische Bevölkerung hiervon am stärksten betroffen. Zudem verhindern und erschweren gewaltvolle Konflikte, dass humanitäre Hilfe die von Nahrungsunsicherheit betroffenen Menschen erreichen kann. Das trifft auf die folgenden Länder zu: Jemen (17 Millionen), Syrien (7.0 Millionen), Süd Sudan (4.9 Millionen), Somalia (2.9 Millionen), Nordost Nigeria (4.7 Millionen), Burundi (2.3 Millionen) und die Zentral Afrikanische Republik (2 Millionen).

Abschließend präsentiert der Bericht einen Ausblick auf 2017 und zeigt, welche Länder und Regionen besonders von Nahrungsunsicherheit und Hungersnöten gefährdet sein werden. Im Jemen wird das über 10 Millionen Menschen betreffen, in Nigeria und dem Süd Sudan jeweils vier bis sechs Millionen. Es besteht akuter Handlungsbedarf, um zu verhindern, dass die Lebensgrundlagen der Bevölkerungen vollständig zusammenbrechen und viele Menschen sterben.

Links und Literatur:

Global Report on Food Crisis 2017
Food Security Information Network (FSIN) | März 2017

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