10-12-2011

Capacity Development für Konflikttransformation


Capacity Development is not a linear process – it’s emerging by co-creation of many different actors, and outcomes are unpredictable. The role of outsiders in this process is a constant challenge, because trust and mutual respect are key. Hence, it’s not only about ‘them’ but also about “us” and our need to change ourselves.

Udan Fernando von der niederländischen Organisation „context international“ arbeitet seit vielen Jahren zu Capacity Development. In seinem einführenden Vortrag während des internationalen Workshops „Towards Strategic Capacity Development for Conflict Transformation“ ging er auf die zentralen Elemente, Lessons Learnt und Herausforderungen von Capacity Development ein. Über 30 Teilnehmende aus den FriEnt-Mitgliedern und internationale Gäste diskutierten Anfang Dezember auf dem gemeinsam von FriEnt und dem Konsortium Ziviler Friedensdienst organisierten Workshop ihre unterschiedlichen Ansätze und ihre Erfahrungen von Capacity Development in (Post-)Konfliktsituationen.

Folgende Fragen waren dabei zentral: Welche individuellen und welche organisatorischen Kapazitäten sind für Friedensförderung notwendig? Was sind spezifische Herausforderungen für Capacity Development in Konfliktsituationen? Und: Welche Erfahrungen aus der Praxis sind vielversprechend? Drei Arbeitsgruppen – zu „Social Change and Societal Capabilities“, „Empowerment“ und „Organisational Capabilities” – beschäftigten sich mit diesen Fragestellungen. Zusammenfassend wurden dabei folgende Aspekte identifiziert:

  • Die Entwicklung von Vertrauen, der Aufbau von Beziehungen sowie Reflexion sind zentral. Häufig fehlt jedoch die Zeit für Lernprozesse. Welche Faktoren wirklich Lernprozesse – und die Umsetzung von Lernprozessen in der Arbeit – verhindern, muss genauer untersucht werden. Gestärkt werden müssen das Lernen aus anderen Sektoren, der „Süd-Süd“ sowie der „Süd-Nord“-Erfahrungsaustausch.
  • Capacity Development bedeutet nicht „empowerment“ anderer, sondern wechselseitiges Lernen und Verändern. Außenstehende sind in Konfliktkontexten wichtig, weil sie „goldene Fragen“ stellen können. Wichtig ist dabei die eigene Motivation, das Bewusstsein über die „eigene Geschichte“, die man mitbringt. Eine Herausforderung – nicht zuletzt für die Vorbereitung von zu entsendendem Personal – bleibt die Frage nach Distanz und Nähe, der „kritischen Empathie“ in der Zusammenarbeit mit Partnern.

  • Capacity Development setzt bei Individuen an. Doch: Welche “Peacebuilding Capacities” muss eine externe Person mitbringen – und welche (Organisations-)Strukturen werden bei der Arbeit relevant? Wie umgehen mit nicht herkömmlichen Strukturen – und wie umgehen mit gesellschaftlichen Kräften, die kein Interesse an einer Konflikt-transformation haben?

  • Capacity Development ist nicht neutral und „technisch“, sondern hat gesellschaftspolitische Implikationen. Die unterschiedlichen Dimensionen von Macht/Stärke spielen dabei eine zentrale Rolle, nicht nur im Verhältnis zwischen externen Akteuren und Partnern. Bedacht werden muss, dass Individuen und Organisationen unterschiedliche – und für Außenstehende nicht leicht erkennbare – Quellen von Macht/Stärke besitzen, die für die Möglichkeiten und Grenzen von Capacity Development in Konfliktkontexten konstitutiv sind.
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