Too big to fail? Wie Deutschland sich gegenüber Ägypten verhalten sollte


Friedrich-Ebert-Stiftung | 2016

Positive Nachrichten aus Ägypten sind rar gesät. Gut fünf Jahre nach dem Beginn des Arabischen Frühlings und den Protesten auf dem Tahrir-Platz, die zur Absetzung von Präsident Hosni Mubarak führten, ist von Aufbruch und Freiheit in Kairo wenig zu spüren. Umso größer sind die Herausforderungen. Die ägyptische Wirtschaft leidet unter hoher Inflation, der Tourismus ist mit dem Absturz des russischen Metrojet-Flugzeugs im Oktober 2015 weiter eingebrochen. Die Bevölkerung wächst und hat die Zahl von 90 Millionen bereits überschritten, doch die Jugend hat wenig Perspektive. Finanzielle Hilfen, die die befreundeten Golfstaaten Ägypten nach dem Sturz von Präsident Mohammed Mursi zukommen ließen, können keine dauerhafte Lösung sein, erst recht nicht in Zeiten des niedrigen Ölpreises. Die Regierung versucht zwar, mit großen staatlichen Infrastrukturprojekten Wachstum zu fördern. Doch es ist unsicher, ob diese Maßnahmen der breiten Bevölkerung zugutekommen werden und dazu beitragen können, die große Armut im Land nachhaltig zu bekämpfen.

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