Internationale Rahmenwerke, Institutionen und Prozesse

Der internationale Kontext für Friedensförderung und Entwicklungszusammenarbeit befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel. Einerseits wird sich extreme Armut zunehmend in Konfliktregionen konzentrieren und damit besondere Herausforderungen an die Wirksamkeit von Entwicklungszusammenarbeit in fragilen und von Konflikten betroffenen Staaten stellen. Andererseits ist friedliche Entwicklung und gesellschaftliche Kohäsion durch wachsende Ungleichheit, mangelnde Teilhabe oder organisierte Kriminalität auch in Ländern mit mittleren oder hohen Einkommen gefährdet.

Traditionelle Formen der Entwicklungszusammenarbeit verlieren gleichzeitig an Bedeutung und neue Akteure betreten die Bühne. Globale Machtverschiebungen und das zunehmende Engagement neuer Gestaltungsmächte in fragilen und von Konflikten betroffenen Staaten lassen den Einfluss westlicher Akteure schwinden. Auch die westlich geprägten Vorstellungen von Friedensförderung werden damit zunehmend in Frage gestellt.

In einer Welt ökonomischer, politischer, sozialer und ökologischer Vernetzungen sind Konfliktursachen nicht allein lokaler Natur. Die Dynamik von Gewaltkonflikten wird von regionalen und globalen Faktoren beeinflusst – gleichzeitig haben Gewaltkonflikte Auswirkungen auf globale Entwicklungen.

Auf internationaler Ebene gab es in den letzten Jahren starke Impulse für die Verknüpfung von Frieden und Entwicklung. So benennt der Weltentwicklungsbericht 2011 der Weltbank gesellschaftliches Vertrauen und legitime staatliche Institutionen als entscheidende Ziele der Konfliktbearbeitung. Die Peacebuilding and Statebuilding Goals des New Deal for Engagement in Fragile States nehmen diese Ansätze auf und fordern, Friedensförderung und Staatsaufbau ins Zentrum des internationalen Engagements in fragilen und von Konflikten betroffenen Staaten zu rücken.

Auch in den Diskussionen zur Post-2015-Agenda, die FriEnt begleitet hat, ist schnell klargeworden, dass nur ein umfassender und universeller Ansatz den komplexen Zusammenhängen gerecht werden kann. So bringt die Agenda 2030 nicht nur die sozialen, wirtschaftlichen, ökologischen und politischen Dimensionen von Nachhaltigkeit zusammen, sondern auch einen weiteren Paradigmenwechsel mit sich: Waren die Millenniumsentwicklungsziele noch vornehmlich an Entwicklungsländer gerichtet, ist die Agenda 2030 für alle Länder konzipiert und nimmt universelle Gültigkeit in Anspruch. Frieden wird damit zu einem gemeinsamen globalen Ziel (SDG16) – Friedensförderung zur globalen Zukunftsaufgabe.

Aktivitäten

FriEnt möchte die internationalen Entwicklungen im Themenfeld Friedensförderung unter den veränderten Rahmenbedingungen begleiten und versteht sich dabei als Seismograph internationalen Geschehens. FriEnt stellt seinen Mitgliedern Informationen und Beratung zu relevanten europäischen und multilateralen Entwicklungen zu Verfügung und integriert internationale Prozesse, wie die Agenda 2030 und den New Deal, in bestehende Länder- und Themenschwerpunkte. Außerdem fördert FriEnt die Vernetzung mit internationalen Akteuren und ist Mitglied in der Civil Society Platform for Peacebuilding and Statebuilding (CSPPS), die die Umsetzung des New Deal begleitet.

Kontakt:
Elsa Benhöfer

elsa.benhoefer@frient.de

Info-Forum

States of Fragility Report 2016: Neues Modell zum Monitoring unterschiedlicher Dimensionen von Fragilität

Die „States of Fragility“-Berichte der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) bieten seit 2005 jährlich…

Aktuelles

Ebola outbreak rocks peace work in Sierra Leone

Impuls 09/2014 by Shecku Kawusu Mansaray, SLADEA Sierra Leone is a post conflict nation that has been steadily edging itself towards the enviable status of a stable society. With three peaceful credible post war national elections to their credit, the young people of Sierra Leone have looked on to the future with great hope. The dream of the nation for a prosperous post war era has been shattered by an outbreak of a strange disease that has drowned its nearly six million people in an ocean of helplessness and despair with no end in sight. Indeed Sierra Leone is yet again embroiled in another duel with what has been dubbed the world’s worst outbreak of the Ebola Virus Disease in history. The outbreak has rocked our already fragile nation to its very foundation, writes Shecku Kawusu Mansaray in this Impulse-article.

Got Complexity? How Systems and Complexity Thinking Can Help Peacebuilders

Impuls 06/2014 von Rob Ricigliano, Board Chair of the Alliance for Peacebuilding

FriEnt-Publikationen

Eine Welt ohne Hunger in einer Welt voller Konflikte?

Eine Welt ohne Hunger in einer Welt voller Konflikte?

Dokumentation der Podiumsdiskussion zum Internationalen Friedenstag 2014

FriEnt, Brot für die Welt, FES | 2015
A New Deal for the Peacebuilding Commission?

A New Deal for the Peacebuilding Commission?

Report | 3 November 2014

FriEnt | 2015
Wer die Wahl hat, ist in Gefahr? Wahlen als Erfolgs- und Risikofaktor für Friedensprozesse

Wer die Wahl hat, ist in Gefahr? Wahlen als Erfolgs- und Risikofaktor für Friedensprozesse

Dokumentation der Podiumsdiskussion zum Internationalen Friedenstag 2013

Brot für die Welt, FES, FriEnt | 2014

Mitgliederpublikationen

Partnerships and the 2030 Agenda

Time to reconsider their role in implementation

Friedrich-Ebert-Stiftung | 2016

Making Reform Reality

Enabling Change for United Nations Peace Operations

Zentrum für Internationale Friedenseinsätze (ZIF) | 2016

From hybrid peace to human security: rethinking EU strategy towards conflict

the Berlin report of the Human Security Study Group

Friedrich Ebert Stiftung London, The London School of Economics and Political Science | 2016

“The Challenge of Sustaining Peace”

The Report on the Review of the UN Peacebuilding Architecture

Zentrum für Internationale Friedenseinsätze (ZIF) | 2016

What’s Peace Got To Do With It? Advocating Peace in the Post-2015 Sustainable Development Agenda

Laura Ribeiro Rodrigues Pereira | Friedrich-Ebert-Stiftung | 2014 | 2015