Prävention und demokratischer Wandel

Seit den 90er Jahren hat das Thema Krisenprävention bei staatlichen und zivilgesellschaftlichen Organisationen in Deutschland sowie international seinen Platz gefunden. Im Mittelpunkt steht das Anliegen, Mechanismen zu entwickeln, die vor Gewalteskalation warnen und eine Zuspitzung von Konflikten verhindern oder begrenzen. Bei Universitäten und anderen Forschungseinrichtungen sind neue Datenbanken entstanden, die Fakten über das weltweite Konfliktgeschehen regelmäßig zusammenstellen, auswerten und auf Risikopotenziale hinweisen. Dennoch deuten die realen Entwicklungen immer wieder auf die Grenzen dieser Bemühungen hin. Die gesellschaftlichen Herausforderungen, die mit sozialem Wandel und politischen Reformen verbundenen sind, werden noch vielfach unterschätzt.

Bis Ende der 90er Jahre wuchs die Hoffnung, dass die Förderung von „Guter Regierungsführung“ und der Ausbau rechtsstaatlicher Institutionen wie demokratischer Verfahren Übergangsprozesse stabilisieren könnten. Die jüngsten Beispiele aus Burundi, Kenia und dem Sudan, zeigen jedoch, dass historische Erfahrungen und komplexe Konfliktlinien das Wertesystem und die politischen Verhaltensmuster von gesellschaftlichen Gruppen sehr nachhaltig prägen. Dies wirft zahlreiche Fragen für die friedens- und entwicklungspolitische Arbeit auf:

  • Wie wirkt sich dies in konkreten Länderbeispielen auf die Akzeptanz und Umsetzung von Friedens- und Reformprozessen aus?
  • Wie beeinflussen sich verschiedene Dimensionen institutionellen und gesellschaftlichen Wandels gegenseitig?
  • Bis zu welchem Grad müssen neue Institutionen und Verfahren, wie etwa demokratische Wahlen, erst gesellschaftlich verankert werden, bevor sie stabilisieren können?
  • Woran ist zu erkennen, ob das gelingt, wie lange kann diese Phase dauern und welche Unterstützungen können dazu von Außen angeboten werden?

Aktivitäten

FriEnt konzentriert sich darauf, Herausforderungen von politischem Wandel frühzeitiger aufzuzeigen. Unter diesem Aspekt widmet sich FriEnt aktuell anstehenden Reformprozessen in Ländern des östlichen Afrika. Der Erfahrungsaustausch zwischen Wissenschaft und staatlichen sowie zivilgesellschaftlichen Akteuren in Deutschland soll die langfristigen Herausforderungen der unterschiedlichen Akteursgruppen vor Ort deutlicher herausarbeiten und Handlungsoptionen der entwicklungspolitischen Friedensarbeit zur Stabilisierung von politischem und institutionellem Wandel weiter entwickeln.

Kontakt:

Angelika Spelten (angelika.spelten@frient.de)

Info-Forum

Kick-Off Beitrag zur Strategie Rechtsstaatsförderung

Der PeaceLab-Blog zu den drei ressortübergreifenden Strategien Sicherheitssektorreform, Vergangenheitsarbeit und Rechtstaatsförderung geht…

Aktuelles

Konfliktsensibilität: Zeit für das nächste Level!

Impuls 10/2014 von Sidonia Gabriel, KOFF Vom 30. September bis zum 2. Oktober 2014 haben sich in Oberhofen in der Schweiz auf Einladung des Kompetenzzentrums für Friedensförderung (KOFF) von swisspeace eine Gruppe von Expertinnen und Experten der Konfliktsensibilität getroffen. Anwesend waren rund 40 Personen, Vertreter von Gebern, von Umsetzungsorganisationen, von Think Tanks, von einer lokalen Organisation, sowie unabhängige Berater. Wo steht Konfliktsensibilität nach 20 Jahren? Ist Konfliktsensibilität als solches überhaupt noch ein Thema oder wird es von anderen Themen und Arbeitsansätzen verdrängt? Was ist die Vision derjenigen, die diesen Ansatz maßgeblich entworfen und entwickelt hatten? Sidonia Gabriel, Leiterin von KOFF, fasst die Ergebnisse zusammen und nennt fünf konkrete Ideen, um Konfliktsensibilität auf das nächste Level zu bringen.

Wer die Wahl hat ist in Gefahr?

Podiumsdiskussion zum internationalen Friedenstag 2013

Mitglieder Publikationen

The role of elections in peace processes

When and how they advance stability or exacerbate conflicts

UNSSC, ZIF | 2015

Wahlen in Nigeria

Heinrich-Böll-Stiftung | 2015