Kenia

Kenia befindet sich in einem zähen Transformationsprozess, der die Gesellschaft wiederholt mit dem Risiko massiver Gewalteskalation konfrontierte und noch immer eine Zerreißprobe für das Land ist.

Tiefgreifende ethnische Friktionen wirken seit der Unabhängigkeit fort. Dennoch setzten bereits 1992 erste demokratische Reformen mit einem Mehrparteiensystem und freien Wahlen den Wandel des autokratischen Systems in Gang, der Erfolge aber auch schwere Rückschläge brachte. Mit der friedlichen Ablösung des langjährigen autoritären Präsidenten Moi 2002 sahen internationale Beobachter den Durchbruch für einen friedlichen Interessensausgleich zwischen den ethnischen Gruppen gekommen.

Doch Ende 2007 erfolgte ein drastischer Einschnitt als in Folge manipulierter Präsidentschaftswahlen massive Gewalteskalationen innerhalb weniger Tage das gesamte Land erschütterten. Es zeigte sich, dass die unterschwelligen Konflikte und ethnischen Konkurrenzverhältnisse trotz der Fortschritte im formalen politischen System nicht vermindert, sondern verschärft waren und die Eigendynamik und Herausforderung der Reformprozesse offenbar falsch eingeschätzt wurden. Erneute Hoffnung brachte im August 2010 eine neue Verfassung, die per Referendum durch die Bevölkerung angenommen wurde. Innerhalb von fünf Jahren müssen nun wesentliche Reformen umgesetzt werden. Dazu gehören unter anderem die Dezentralisierung der Macht- und Verwaltungsstrukturen, Reformen des Justiz- und Sicherheitssektors und die Durchführung von Präsidentschafts- und Parlamentswahlen. Aber die um den Verlust von Privilegien fürchtenden Eliten können nachhaltig Sand in diese Prozesse streuen und zu Blockadekräften werden.

Der 2008 etablierte FriEnt-Rundtisch Kenia setzt den Fokus darauf, die Eigendynamik und Herausforderung der Reformprozesse besser zu verstehen und Risiken einzelner Reformschritte antizipieren zu können. Er unterstützt den fachlichen Austausch und möchte zur Entwicklung von Handlungsoptionen beitragen, die lokale Partner dabei unterstützen, dem Risiko erneuter Gewalteskalation entgegenzuwirken.

Aktivitäten

Der 2008 etablierte FriEnt-Rundtisch Kenia setzt den Fokus darauf, die Eigendynamik und Herausforderung der Reformprozesse besser zu verstehen und Risiken einzelner Reformschritte antizipieren zu können. Er unterstützt den fachlichen Austausch und möchte zur Entwicklung von Handlungsoptionen beitragen, die lokale Partner dabei unterstützen, dem Risiko erneuter Gewalteskalation entgegenzuwirken.

Kontakt:

Angelika Spelten (angelika.spelten@frient.de)

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Dossier Innerstaatliche Konflikte: Konfliktporträt Kenia von Angelika Spelten

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